1768935

Telekom-Chef: "Wir drosseln nicht, wir geben Gas"

16.05.2013 | 13:52 Uhr |

Auf der Hauptversammlung hat der Telekom-Chef René Obermann die DSL-Sperre verteidigt. Er findet sie gerecht und spricht von einer Regulierung, keiner Drosselung.

Heute hielt der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann seine letzte Hauptversammlung der Deutschen Telekom ab. In seiner Rede betonte er unter anderem, dass die Telekom mit hoher Servicequalität den Rückgang des Kundenbestandes hätte stoppen können. Er sprach aber auch Probleme des Unternehmens an - etwa dass man den Preisverfall bei den klassischen Kommunikationsprodukten nicht habe komplett kompensieren können. Weitere Themen waren die Telekom-Tochter in den USA und das vernetzte Fahrzeug, aber auch die Cloud und Kooperationen.

Obermann verteidigt außerdem die DSL-Drosselung: Die Entwicklung bei der Frage des regulierten Netzzugangs mache Mut, sagt er. Und fügt hinzu: "Regulieren ist nicht dasselbe wie strangulieren". Der Telekom-Chef sieht die DSL-Drosselung positiv: "Wir haben
seit langen Jahren für die Chance gekämpft, mehr in den Netzausbau investieren zu können, um damit unsere Zukunft, die unserer Kunden und die des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu sichern. Aber es muss wirtschaftlich attraktiv sein, das war immer unsere Voraussetzung. Und daran hat es lange gefehlt. Sofern die Bundesnetzagentur nun aber bei ihrer Linie bleibt und die angekündigten Verfügungen erlässt, werden wir den Schalter umlegen und zusätzliche Milliarden in den Netzausbau investieren."

Kommentar: DSL-Sperre - Liebe Telekom, das sehe ich nicht ein!

Bei der Debatte um die DSL-Drosselung sieht Obermann "eine Menge Populismus" im Spiel. Er bekräftigt: "Wir wollen die besten Netze, auch im ländlichen Raum. Wir werden weiter ausbauen. Und es wird weiterhin Flatrates geben. Aber für wenige Prozent von Intensivnutzern, die das Vielfache der Durchschnittskunden verbrauchen, wird es leider etwas teurer. Für alle anderen gibt es weiterhin günstige Angebote, die für das normale Nutzungsverhalten vollständig ausreichen. Die Alternative wäre, dass das Netz für alle langsamer oder für alle teurer wird. Ich finde das nicht in Ordnung. Für alle schneller, für wenige teurer – das ist gerecht. Und deswegen noch einmal in aller Deutlichkeit: Wir drosseln nicht, wir geben Gas."

0 Kommentare zu diesem Artikel
1768935