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Telegate verklagt Deutsche Telekom auf Schadenersatz

Der Auskunftsanbieter Telegate hat die Deutsche Telekom wegen angeblich überhöhter Gebühren für Auskunftsdaten verklagt.

Der Auskunftsanbieter Telegate hat die Deutsche Telekom wegen angeblich überhöhter Gebühren für Auskunftsdaten verklagt. "Wir haben beim Landgericht Bonn Klage eingereicht und verlangen Schadenersatz", sagte Telegate-Sprecherin Claudia Strixner am Montag in München und bestätigte damit einen "Spiegel"-Bericht. Die Telekom wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Die Bundesnetzagentur (vormals RegTP) hatte Mitte August festgelegt, dass die Telekom für die Überlassung ihrer Teilnehmerdaten an private Telefonauskunftsdienste insgesamt nur 770.000 Euro pro Jahr kassieren darf. Bis dahin hatte die Telekom dafür 49 Millionen Euro verlangt. Gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur werde die Telekom in den kommenden Tagen juristisch vorgehen, sagte ein Sprecher der Festnetzsparte T-Com. "Diese ist nicht nachvollziehbar."

Durch die bisherige Gebührenpolitik der Telekom sei die Entwicklung von Telegate nachhaltig behindert worden, begründete Strixner die Klage. Ohne die überhöhten Gebühren hätten das Unternehmen mehr Geld in Werbung investieren können und seinen Marktanteil steigern können. Dieser liege derzeit bei 30 Prozent, die Telekom kommt auf rund 60 Prozent des Marktes für Auskunftsdienste.

Die zweitgrößte deutsche Telefonauskunft Telegate pocht schon seit Jahren auf eine Absenkung der Gebühren und hat die Telekom bereits auf eine Gebühren-Rückzahlung von 70 Millionen Euro verklagt. Am kommenden Mittwoch will das Landgericht Köln eine Entscheidung dazu fällen.

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