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Telefonica kauft Online-Senderechte für RTL-Kanäle

Mit dem Einstieg von Internet-Providern in die Übertragung von Fernsehkanälen erwächst den alteingesessenen Unternehmen wie den Kabelnetzbetreibern eine neue Konkurrenz. Jetzt hat sich die Telefonica die Online-Übertragungsrechte der RTL-Kanäle gesichert.

Die Telekom-Konzerne rüsten sich für das Internet- Fernsehen. Die spanische Telefónica hat sich die Online-Übertragungsrechte für die RTL-Senderfamilie gesichert. Der Telekom- Konzern und die Gruppe, zu der neben RTL auch Vox, Super RTL und RTL II gehören, hätten einen "Kabeleinspeisevertrag zur Weiterverwendung über DSL" abgeschlossen, bestätigen RTL-Manager dem "Spiegel". Der Start sei für das zweite Halbjahr 2006 geplant. Telefónica bezahle RTL eine Gebühr für jeden IPTV nutzenden DSL-Kunden. RTL verhandele zudem mit weiteren Anbietern, darunter der Telekom, schreibt das Nachrichtenmagazin. Auch ProSiebenSat.1, ARD und ZDF bestätigen Gespräche mit mehreren großen Telekommunikationsfirmen.

Mit den schnellen DSL-Verbindungen kann Fernsehen auch über das Internet ohne Qualitätseinbußen digital verbreitet werden. IPTV (Internet-Protocoll-TV) gilt als kommender Wachstumsmarkt als Teil so genannter "Triple-Play"-Angebote, die auch schnelle Online-Zugänge und Internet-Telefonie umfassen. Die Deutsche Telekom sicherte sich vor einigen Wochen die Rechte für Internet-Übertragungen von Bundesliga-Spielen. Da sie allerdings keine Sendelizenz hat, wird sie sich um Partner bemühen müssen.

Die Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Firmenkreise, die Telekom führe erste Gespräche mit dem Medienunternehmen EM.TV, dessen Tochter Plazamedia die technische Produktion der Fußball-Übertragungen übernehmen könnte. Plazamedia produziert Sportsendungen für den Bezahlsender Premiere, unter anderem Übertragungen der Champions League. Premiere hatte die Pay- TV-Rechte für die nächste Bundesliga-Saison an ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern mit dem Namen Arena verloren. Dem "Euro am Sonntag" zufolge treffen sich Vertreter von Arena und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) Mitte Februar zu einem klärenden Gespräch. Arena erreicht bisher unter anderem nicht die erforderte Abdeckung von 40 Prozent der deutschen Haushalte.

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