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Telefónica-Software belauscht Kunden beim Telefonieren

28.02.2013 | 05:01 Uhr |

Der Telekommunikationskonzern Telefónica will mit einem linguistischen Analyse-Tool die Stimmlage seiner Mobilfunkkunden bei Telefongesprächen auswerten und ein psychologische Profil erstellen.

Der spanische Netzbetreiber Telefónica arbeitet derzeit an einer sehr fragwürdigen Technologie. Im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona präsentierte der Konzern den Prototypen einer neuen linguistischen Analyse-Software. Das Tool belauscht die persönlichen Telefongespräche von Telefónica-Kunden und erstellt mit Hilfe der Stimmlage ein psychologisches Profil. Ähnlich wie bei Facebooks Social Graph und Googles Search Graph soll die Software die Vorlieben und Interessen ihrer Nutzer herausfinden, um Ihnen persönliche Empfehlungen geben zu können.

Laut dem Unternehmen erreiche das Tool bereits eine Genauigkeit von 80 Prozent. Obwohl Telefónica vehement bestreitet, seine Software für Werbekunden nutzen zu wollen, liegt die Vermutung dennoch nahe. Wie der Konzern betont, könnte die linguistische Analyse Menschen helfen, sich selbst besser kennen zu lernen. Das System soll weiterhin bei Notfällen helfen.

So könnte der so genannte Call Graph beispielsweise anhand von Standort und Dauer des Telefongesprächs erkennen, ob es sich eventuell um einen Notfall handelt und Hilfskräfte benachrichtigen. Laut Eden Zoller, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Ovum, wären die Anwendungsformen im Tourismus jedoch noch weitaus größer. Somit dürfte es Telefónica schwer fallen, seine Kunden von den Vorzügen des Systems zu überzeugen. Die Tatsache, dass sie direkt oder indirekt belauscht werden, dürfte viele Menschen misstrauisch machen, so Zoller.

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Wie Telefónica erklärt lausche das Tool nicht direkt bei Gesprächen, sondern analysiere lediglich die Stimmlage. Weiterhin soll die Software nur nach einer ausdrücklichen Zustimmung per Opt-In zum Einsatz kommen.

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