177134

Kids werden Touchscreen-Vorreiter bei PCs

11.04.2010 | 15:07 Uhr |

Bei Smartphones sind Touchscreens bereits de facto ein Standard, doch im PC-Segment sind die berührungsempfindlichen Bildschirme noch kaum vertreten. Doch das wird sich ändern. "Bis 2015 erwarten wir, dass mehr als die Hälfte der PCs, die für User unter 15 Jahren gekauft werden, Touchscreens haben", sagt Leslie Fiering, Research VP bei Gartner.

Damit wird die Jugend Vorreiter in Sachen Touch-PCs sein. Denn während Gartner auch im Bildungsbereich großes Potenzial für Touchscreen-PCs ortet, gilt das noch nicht in allen Marktsegmenten. "Wir denken, dass 2015 weniger als zehn Prozent der PCs für Mainstream-Wissensarbeiter in Unternehmen Touchscreens haben werden", so Fiering. Dort wird unter anderem wichtige Software zum Hindernis. Für Unternehmen sind häufig ältere Anwendungen ohne Touch-Unterstützung von essenzieller Bedeutung. Diese Programme werden indes von Usern genutzt, die den Umgang mit der Maus gewohnt sind, so Gartner. Hinzu kommt, dass allein die schiere Menge an notwendiger Texteingabe via Keyboard nicht unbedingt für die alternative Eingabemethode spricht. Daher dürften nach Gartner-Einschätzung viele Betriebe vor zusätzlichen Kosten von Touchscreens zurückscheuen.

Freilich hätten Touchscreens auch in bestimmten Unternehmensanwendungen großes Potenzial. So verweist Gartner im Report "If Touch Works Everywhere Else, Why Not on PCs?" etwa auf die graphische Datenanalyse. Dort könne die direkte Manipulation der Graphen per Touch den Wert von Datensets steigern. Auch betont Fiering, dass Touch in bestimmten Nischenanwendungen bereits seit über 20 Jahren im Einsatz ist. Insgesamt aber rechnet Gartner mit einer relativ langsamen Durchsetzung von Touch-PCs in Unternehmen.

Deutlich leichter haben es Touchscreen-Geräte im Consumer-Bereich, wo aktuelle Unterhaltungsanwendungen und Games im Vordergrund stehen. Falls Tablets wie das iPad mit ihren Content-Angeboten Erfolg haben, werde die Nachfrage nach Touch bei PCs allgemein steigen, so Gartner. Gerade bei den Computern für Kids rechnet Gartner damit, dass der Anteil der Touch-Geräte von nur zwei Prozent im Jahr 2009 bis 2015 auf über 50 Prozent explodieren wird.

Indes dürften Kinder auch in der Ausbildung immer mehr mit Touch-Bedienung arbeiten. Bei den PCs, die 2015 an Schulen verkauft werden, rechnet Gartner ebenfalls mit einem Touch-Anteil von mehr als der Hälfte. Daher werde "in den nächsten zehn bis 15 Jahren eine ganze Generation den Schulabschluss machen, für die Touch-Eingabe ganz natürlich ist", so Fiering. Somit wird sich auch verändern, welche Erwartungen Nutzer an PCs am Arbeitsplatz haben. Langfristig werden sich also auch Unternehmen dem Touch-Trend nicht verschließen können.

(pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
177134