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IT-Kluft zwischen Generationen weitet sich aus

26.04.2009 | 14:53 Uhr |

Die generationsbedingte Kluft im Umgang mit Informationstechnologien wird zunehmend auch für Manager zum Problem. So macht eine aktuelle Untersuchung von LexisNexis die Diskrepanzen im Verhalten dreier Altersgruppen deutlich.

"Die Ergebnisse legen nahe, dass Manager die sich auftuende Kluft zwischen der Babyboom-Generation und Mitarbeitern unter 29 akzeptieren müssen", sagt Mike Walsh, CEO von LexisNexis . Verständnis sei schließlich eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine optimierte Organisation von Arbeitsabläufen. "Manager können nicht zusehen, wie die rasante technische Entwicklung ihr Personal auseinanderdividiert", sagt Walsh. Konkret müsse in Verfahren und Technologien investiert werden, die maximale Effizienz und Arbeitsproduktivität sicherstellen. Auffassungs- und Verhaltensunterschiede zwischen den Generationen dürften dabei nicht verleugnet werden. Zwei Drittel der Babyboomer, also der 44- bis 60-jährigen Angestellten, meinten, dass PDAs, Blackberrys und Mobiltelefone zur Erosion der Benimmregeln am Arbeitsplatz beitragen. Weniger als die Hälfte ihrer unter 29 Jahre alten Kollegen stimmte zu. Laptops während Arbeitsgesprächen waren erfahrenen Mitarbeitern meist ein Dorn im Auge. Im Gegensatz dazu, glaubte eine Mehrheit des befragten Nachwuchses, die Effektivität der Meetings durch den Einsatz von Laptops zu erhöhen.

LexisNexis machte nicht nur Meinungsverschiedenheiten, sondern auch Unterschiede in der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien aus. Etwa die Hälfte der Befragten befand, dass das Ausmaß der zur Verfügung stehenden Anwendungen ein Zuviel an Mehraufgabenbetrieb (Multitasking) nach sich zieht. Die Summe der Nettobenützungszeiten aller am Arbeitsplatz zur Verfügung stehenden Applikationen überschritt mit durchschnittlich 15,9 Stunden die täglich vorgesehene Arbeitszeit bei weitem. Angestellte unter 29 Jahren waren im Schnitt 22,9 Stunden pro Tag eingeloggt, während Senior Executives es gerade einmal auf 10,3 Stunden brachten. Bei SAP , Hersteller von Software zur Abwicklung gesamter Geschäftsprozesse in Unternehmen, sind altersbedingte Unterschiede kein großes Thema. "Vielleicht, weil in der Branche tendenziell Menschen mit höherem Technikbezug beschäftigt sind," meint SAP-Pressesprecherin Yvonne Masopust im Gespräch mit pressetext. "Bei SAP kümmert sich aber ein eigenes Accessibility-Team http://www.sapdesignguild.org in Walldorf um spezielle Bedürfnisse von Menschen. Kriterien wie Barrierefreiheit sind neben rechtlichen Anforderungen in der Produktentwicklung von zentraler Bedeutung, Altersunterschiede sind hingegen nicht relevant", so Masopust weiter.

"Auch in neurologischer Hinsicht kann zwischen 'digitalen Immigranten' und 'digital nativen Personen' unterschieden werden", sagt der US-Hirnforscher Gary Small. Viele Erwachsene und Senioren gehen zwar routiniert mit Computern um. Dennoch trennt sie eine Kluft von Jugendlichen, die von Small als ´BrainGap´ bezeichnet wird. Das Gehirn ist in den Kindheitsjahren am formbarsten. In dieser Zeit entsteht eine Vielzahl der neuronalen Verschaltungen. Small sieht bei Jugendlichen, die ihre Zeit mit Spielkonsolen, Smartphones und Computern verbringen, eine Schwächung jener neuronaler Schaltkreise, die für zwischenmenschliche Kontakte zuständig sind. Auf der anderen Seite trage diese spezifische neuronale Verschaltung dazu bei, große Informationsmengen besser verarbeiten zu können, heißt es in der Zeit. (pte)

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