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Hard Rectangular Drive revolutioniert Festplatten

20.06.2009 | 16:09 Uhr |

Das britische Storage-Start-up DataSlide schickt sich an, den Speichermedienmarkt aufzumischen. Sein Konzept der "Hard Rectangular Drive" (HDR) soll mit einem magnetischen Speichermedium die SSD gerade bei deren Stärken ausstechen.

"Die HRD bietet die Zuverlässigkeits- und Kostenvorteile einer Festplatte in Kombination mit einer überlegenen Performance und geringerem Stromverbrauch als SSDs", sagt DataSlide-CEO Charles Barnes. Die neue Technologie ist laut Unternehmen speziell für leistungsfähige, energieeffiziente Rechenzentren der Zukunft gedacht. Ein wichtiger Schritt in Richtung praktischer Einführung ist eine mit Oracle geschlossene Partnerschaft. Die HRD geht vom klassischen Festplatten-Konzept einer sich drehenden Scheibe ab. Stattdessen kommen rechteckige Speicherplatten zum Einsatz. Der Datentransfer von und auf die Platte erfolgt mit einer dünnen, zweidimensionalen Anordnung von 64 magnetischen Schreib-Lese-Köpfen. Eine HRD kann so laut Unternehmen 160.000 Input/Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) erreichen. Im Gegensatz zu SSDs, die schneller gelesen als beschrieben werden können, gelte diese Performance für Random-Read ebenso wie Random-Write. Auch numerisch ist der Wert beeindruckend, liegt er doch über vier Mal so hoch wie etwa die Random-Write-IOPS von Intels Enterprise-SSD X-25E. Übertroffen wird die HRD in Sachen IOPS derzeit nur von speziellen Lösungen, die dauerhaften Flash-Speicher mit flüchtigem DRAM kombinieren, etwa der DDRdrive oder die Lösung von Violin Memory .

Doch nicht nur in Sachen IOPS-Performance sieht sich DataSlide mit dem neuen magnetischen Speichermedium klassischen Festplatten und normalen SSDs voraus. Die Datendurchsatzrate beträgt laut Unternehmen 500 Megabyte pro Sekunde. Das ist zwei bis drei Mal so viel wie etwa bei Intels High-End-SSD X-25E. "Die HRD verbraucht über 60 Prozent weniger Strom als Festplatten und es gibt keine Verlustleistung, wenn das Medium inaktiv ist", betont Barnes ferner. Im Vergleich zu Festplatten ist die HRD auch deutlich stoßresistenter, so das Unternehmen.

Auf dem Weg zur Markteinführung der HRD ist DataSlide eine Partnerschaft mit Oracle eingegangen. Die Embedded-Datenbank Berkeley DB soll direkt in das eigentliche Storage-Gerät integriert werden, um Drittentwicklern die Implementierung von Business-Intelligence-Lösungen zu erleichtern. DataSlide steht nach eigenen Angaben auch in Verhandlungen mit einer Reihe anderer Storage- und System-OEMs. Im Rahmen der Memory- und Storage-Konferenz MemCon will DataSlide nächste Woche potenziellen Kunden, Partnern und Investoren genauere Informationen zu HRDs und deren geplanter Verfügbarkeit bieten. (pte)

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