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GestureTek plant Aus für der TV-Fernbedienung

12.04.2009 | 14:37 Uhr |

Das US-Unternehmen GestureTek hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bedienung von TV-Geräten zu revolutionieren. Die Entwickler haben es dabei vor allem auf die derzeit zu jedem Fernseher gehörende Fernbedienung abgesehen.

Sie soll durch eine neuartige Steuerung mithilfe von Gesten ersetzt werden. Anleihe nahmen sich die Tüftler offenbar bei Science-Fiction-Film Minority Report, in dem Hauptdarsteller Tom Cruise Computerfenster auf einem riesigen Bildschirm mit bloßen Handbewegungen verschiebt und aktiviert. GestureTek hat kürzlich ein TV-Gerät präsentiert, das auf Basis seiner Gestensteuerung bedient werden kann. Die ersten TV-Fernbedienungen kamen bereits in den ausgehenden 50er-Jahren auf den Markt und ermöglichten es dem Käufer, die wichtigsten Aktionen aufzuführen. Dazu gehörte das Ein- und Ausschalten, das Wechseln der Kanäle sowie Verstellen der Lautstärke. Mit zunehmender Komplexität der TV-Geräte wurden jedoch auch die Funktionen deutlich umfangreicher, die per Fernbedienung gesteuert werden sollten. Hinzu kamen weitere Peripheriegeräte wie Videorekorder, DVD-Player und Settop-Boxen, die ebenfalls mit ein und derselben Fernbedienung angesprochen werden können.

"Abgesehen von Videofreaks und Technikinteressierten will der Großteil der Nutzer jedoch hauptsächlich fernsehen und benötigt hierfür nur wenige Bedienfunktionen", wird Ross Rubin, Chefanalyst bei der NPD Group von Cnet zitiert. Aus diesem Grund würden Hersteller von TV-Geräten mit alternativen Steuerungsmöglichkeiten experimentieren, die beispielsweise zusätzlich eingeblendete User-Interfaces am Bildschirm nutzen. GestureTek geht hier einen Weg, der die Fernbedienung vollständig weglässt. Mithilfe von Handbewegungen ist es dem Benutzer möglich, die Funktionen des Geräts zu kontrollieren. Die Technik beschränkt sich dabei auf grundlegende Funktionen, damit der Käufer vor der Benutzung nicht eine unendliche Zahl von Steuerbefehlen auswendig lernen muss.

GestureTek nutzt hierfür eine Software, die beispielsweise auch in der EyeToy-Kamera der Playstation 2 zum Einsatz kommt. Hardwareseitig wird eine Kamera verwendet, die auf dem Fernsehgerät montiert ist. Diese registriert nicht nur Bewegungen im zweidimensionalen Raum sondern auch in die Tiefe. Hier liegt allerdings noch eine Hürde für die Massentauglichkeit der Technik, denn derartige Kameras kosten etwa das zehn- bis 20-fache von aktuell verfügbaren Webcams. Bill Leckonby, CEO von GestureTek geht jedoch davon aus, dass die Preise in den kommenden 18 Monaten fallen werden. Vor allem bei steigender Nachfrage sollte der Preis auf unter 50 Dollar sinken.

Derzeit existiert die Technologie nur auf einem Prototypen. Im Laufe des kommenden Jahres soll jedoch das erste TV-Gerät auf den Markt kommen, das per Handbewegung gesteuert werden kann, so Leckonby. Entsprechende Verträge mit einem bisher nicht namentlich genannten Hersteller soll es bereits geben. Preislich werden sich diese ersten TV-Schirme wie üblich im oberen Bereich ansiedeln und an Early-Adopter sowie Technikbegeisterte richten. Langfristig werde die Technologie jedoch auch für den Durchschnittsverbraucher erschwinglich sein, ist der GestrureTek-CEO überzeugt. (pte)

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