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Taiwan beschließt: 25 Prozent weniger für Microsoft

16.01.2006 | 10:51 Uhr |

Microsoft bekommt in Asien immer mehr Gegenwind. Nachdem die Redmonder schon seit einiger Zeit mit Südkorea im Streit über ihr Betriebssystem liegen, hat sich jetzt auch Taiwan zu Maßnahmen gegen Microsoft aufgerafft.

Das Parlament von Taiwan hat einen Beschluss gefasst, in dem die Regierung des Inselstaates aufgefordert wird, um 25 Prozent weniger Microsoft-Produkte zu kaufen. Und zwar noch in diesem Jahr.

Damit wollen die Taiwanesen ihre Abhängigkeit von Microsoft reduzieren. Denn der US-Konzern versorgt die Regierungsstellen derzeit quasi im Alleingang mit Software.

Allerdings ist der Parlamentsbeschluss möglicherweise nicht bindend, weil er gegen taiwanische Vorschriften für freien Handel verstößt. Die zuständige Kontrollbehörde hat sich zu dieser Problematik allerdings noch nicht geäußert. Von Microsoft gibt es bisher ebenfalls keine Stellungnahme zu dieser Entscheidung.

Die Entscheidung des Parlaments von Taiwan ist die zweite Schlappe in der jüngsten Vergangenheit, die das US-Unternehmen in Asien erleidet. Bereits im Dezember hatte die südkoreanische Kartellaufsicht Microsoft zu einer Strafe von knapp 35 Millionen US-Dollar (etwas über 29 Millionen Euro) verdonnert. Außerdem verlangen die Südkoreaner von Microsoft, zwei unterschiedliche Versionen von Windows – darunter eine abgespeckte - anzubieten.

Damit aber nicht genug: Auch in Japan ermittelt die Wettbewerbsbehörde gegen den Konzern. Und die sich langsam zum Wirtschaftsgiganten entwickelnde Volksrepublik China setzt ohnehin verstärkt auf Linux.

Südkorea verhängt Millionenstrafe gegen Microsoft (PC-WELT Online, 07.12.2005)

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