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Taiwan: Forschungsjobs ersetzen Produktion

05.09.2005 | 16:38 Uhr |

Jobverlagerung ins Ausland - dieses Problem trifft auch Taiwan. Der Inselstaat versucht das zu kompensieren, indem er sich als Standort für Entwicklungslabors anpreist und damit neue Arbeitsgeber anlockt.

Jobverlagerung ins Ausland ist keineswegs nur ein deutsches Problem, auch Taiwan sieht sich von der Abwanderung von Arbeitsplätzen bedroht, insbesondere im Bereich der IT-Produktion. Der Inselstaat versucht dem entgegen zu wirken, indem er in- und ausländische Unternehmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze auf dem Forschungs- und Entwicklungsbereich animiert.

In nur zwei Jahren seien 28 neue Forschungs- und Entwicklungslabors von nationalen und internationalen Konzernen in Taiwan entstanden, wie die Regierung jetzt stolz verkündet. Die dabei entstandenen Jobs sollen Arbeitsplätze ersetzen, die zuvor verloren gegangen sind. Und das sind mehrere Tausend.

Denn zunehmend verlagern IT-Unternehmen ihre Hardware-Produktion von Taiwan auf das günstigere Festlandchina. Die Lohnkosten in der kommunistischen Volksrepublik China sind deutlich niedriger als auf der kapitalistisch geprägten Insel. Die Arbeitsplatzverlagerung ist nicht nur für international operierende Konzerne ein Mittel zur Kostensenkung, auch taiwanische Unternehmen wie Quanta und Asustek lassen bereits größtenteils in China fertigen. Nur noch die Entwicklungsabteilungen und das Marketing seien in Taiwan beheimatet.

Unter den Weltkonzernen, die ihre Entwicklungsabteilungen nach Taiwan verlagert hätten, befinden sich unter anderem Hewlett-Packard, Microsoft und Sony. Einige Unternehmen würden sogar ausschließlich in Taiwan forschen und entwickeln lassen. Um die Errichtung von Entwicklungslabor zu fördern, besteuert Taiwan diese niedriger. Außerdem versucht die Regierung gesetzgeberisch die Rahmenbedingungen für die Forschung zu verbessern.

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