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Bots infizieren jeden Tag eine halbe Million Computer

25.01.2008 | 15:14 Uhr |

Nach Einschätzung eines Antivirus-Unternehmens werden jeden Tag etwa eine halbe Million Computer Teil eines Botnets. Sie werden vor allem zum Versand unerwünschter Werbe-Mails genutzt.

Infizierte Computer sind an sich schon eine Gefahr, auch für Dritte. Werden sie zu einem Botnet zusammen geschlossen, ergeben sich noch ganz andere Möglichkeiten für den, der das Botnet kontrolliert. Nach den Auswertungen der spanischen Antivirus-Herstellers Panda Security sollen bereits 11 Prozent aller PCs weltweit Teil eines Botnets sein. Täglich sollen demnach etwa eine halbe Million neue "Zombies" hinzu kommen.

Die von Botmastern gesteuerten Zombie-Armeen sollen mittlerweile für 85 Prozent der verschickten Spam-Mails verantwortlich sein. Sie dienen außerdem als kurzzeitig erreichbare Web-Server für Phishing-Angriffe und zur Verbreitung von Malware. Zudem werden sie für verteilte Angriffe auf Netzwerke oder Web-Server benutzt. Die Botmaster vermieten ihre Botnets an Spammer und andere Kriminelle.

Die meisten Fälle versandter Massen-Mails im letzten Jahr hat Panda in Russland festgestellt. Etwa 59 Prozent aller Spam-Mails sollen aus Russland gekommen sein, die USA folgen mit 23 Prozent. Hinter der Türkei (6 Prozent) liegt Deutschland mit knapp 5 Prozent auf dem vierten Platz, gefolgt von England (3 Prozent).

Hauptgegenstand der Spam-Mails sind Potenzmittel. Unerwünschte Werbung für solche Mittel machte Anfang 2007 mehr als die Hälfte aller Junk-Mails aus. Im Laufe des Jahres konnten auch Angebote für andere pharmazeutische Produkte vom Spam-Versand über Botnets profitieren. Online-Casinos, unseriöse Aktientipps und Kreditangebote wurden ebenfalls im großen Stil per Spam beworben.

Das rasante Anwachsen der Botnets ist mit der zunehmenden Professionalität der Online-Kriminellen und der Motivation durch hohe Gewinnaussichten zu erklären.

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