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Billig-Tablet Google Nexus 7 im ersten Test

Mittwoch, 04.07.2012 | 14:26 von Panagiotis Kolokythas
Google Nexus 7
Vergrößern Google Nexus 7
Mit großem Tamtam hatte Google den Nexus 7 kürzlich vorstellt. Im Test muss das Billig-Tablet nun beweisen, ob es den Vorschusslorbeeren gerecht wird.
Google hatte vor einer Woche sein Billig-Tablet Google Nexus 7 vorgestellt, das mit dem neuen Android 4.1 (Jelly Bean) ausgeliefert wird. Für ab 199 US-Dollar kann der erste Tablet-PC von Google in den USA vorbestellt werden und wird in Kürze ausgeliefert. Unsere Schwesterpublikation PC-WORLD hat das Gerät bereits im Testcenter getestet und kommt zum Fazit: "Solide, aber nicht revolutionär."

Update: Inzwischen haben auch wir das Google Nexus 7 ergattern und testen können. Hier geht's zum PC-WELT-Test des Google Nexus 7 .

Seitennotiz: iFixit nimmt neue Geräte sofort nach Erhalt auseinander und hat dies auch beim Google Nexus 7 getan. Das Ergebnis des Tablet-Filetierung : Das Nexus 7 ist zwar mit 10,4 mm dicker als das iPad (9,4 mm), kann sich aber im Gegensatz zum verklebten iPad öffnen lassen, um den Akku zu tauschen.

Google Nexus 7 ohne MicroSD-Slot

Unsere Kollegen von PC-WORLD loben beim Test die sehr gute Verarbeitung des Nexus 7 und heben hervor, dass es sich um eines der bisher über alle Display-Größen hinweg besten Android-Geräte überhaupt handelt. Die Akkulaufzeit läge bei hervorragenden 10 (+) Stunden und Farben und Texte werden auf dem Display sehr akkurat beziehungsweise klar dargestellt.

Google Nexus 7 im Test-Video
Google Nexus 7 im Test-Video

Bemängelt wird dagegen beim Nexus 7 der fehlende MicroSD-Slot, der bei anderen Android-Tablets üblich ist. Warum Google beim Nexus 7 auf diesen Vorteil der Android-Tablets im Vergleich zu den iPads verzichtet hat, bleibt unklar. Wahrscheinlich wollte Google damit seine Cloud- und Online-Dienste stärken.

Um den niedrigen Preis für das Nexus 7 halten zu können, ist Google immerhin darauf angewiesen, dass dessen Käufer Geld für Apps und Inhalte ausgeben. Auch aus diesem Grund hat Google mit Android 4.1 viele Verbesserungen in Verbindung mit Google Play durchgeführt. Dass so ein Konzept erfolgreich sein kann, beweist Apple seit Jahren mit dem iPad. Und auch Amazon geht beim Kindle Fire diesen Weg. Andrerseits stellt sich dann aber die Frage, wieso Google als Nachzügler das Nexus 7 in der 199-US-Dollar-Variante nur mit 8 GB und nicht gleich mit 16 GB ausliefert, um sich so auch vom Kindle Fire abzuheben, das bereits vor vielen Monaten für 199 US-Dollar ebenfalls mit 8 GB Speicher auf den Markt kam.

Nur 5,62 GB freier Speicher

Im Testcenter von PC-WORLD zeigte sich, dass von den 8 GB Speicher im Nexus 7 nur 5,62 GB zur freien Verfügung stehen. Da stellt sich also letztendlich die Frage, ob man nicht den Aufpreis von 50 US-Dollar in Kauf nimmt und lieber zur 16-GB-Variante greift.

Mit knapp 340 Gramm ist das Nexus 7 deutlich schwerer als die E-Ink-basierten e-Reader, wodurch eine Einhand-Bedienung über längere Zeit eher mühsam wird. Der Nexus 7 ist aber immerhin 18 Prozent leichter als das Kindle Fire (413 Gramm). Das Display besteht aus kratzfestem Corning Glass, was nicht zu verwechseln ist mit dem robusteren Corning´s Gorilla Glass. Die Auflösung liegt bei 1280 x 800 Pixeln und mit 216 ppi hat das Nexus 7 deutlich die Nase vor den anderen 7-Zoll-Tablets, bei denen die Pixeldichte in der Regel bei um die 170 ppi liegt.

Positiv fällt auch die Performance des Nexus 7 aus, das die Nvidia-Kai-Plattform verwendet, die Nvidia für die Produktion von möglichst günstigen Tablets mit möglichst hoher Performance entwickelt hat. Im Inneren werkelt der mit 1,2 GHz getaktete 4-Kern-Prozessor Nvidia Tegra 3 T30L, der im Einzel-Kern-Betrieb mit 1,3 GHz getaktet ist. Hinzu kommen 1 GB DDR3-Speicher.

Nexus 7 mit langer Akku-Laufzeit

Im Akku-Test hielt das Nexus 7 bei der Video-Wiedergabe und einer Helligkeit von 200 cd/m2 hervorragende 10 Stunden und 10 Minuten durch. Das sind immerhin nur 36 Minuten weniger als das iPad und deutlich mehr als andere 7-Zoll-Tablets schaffen. So kommt das Kindle Fire lediglich auf 6 Stunden und 64 Minuten und das Samsung Galaxy Tab 2 7.0 nur auf 6 Stunden und 20 Minuten. In Benchmarks schnitt das Nexus 7 in Tests deutlich besser als die 7-Zoll-Konkurrenten ab.

Im Fazit heben die Tester von PC-WORLD hervor, dass es Google mit dem Nexus 7 gelungen ist, ein Gerät auszuliefern, das dem Amazon Kindle Fire deutlich überlegen ist und dennoch zum gleichen Preis angeboten wird. Vom Design her sei zwar das Toshiba Excite 7.7 besser, allerdings koste dieses Gerät mit rund 500 US-Dollar auch doppelt so viel wie die 16-GB-Variante des Nexus 7.

Das Google Nexus 7 ist auf der einen Seite das beste 7-Zoll-Tablet das man heutzutage kaufen könne. Allerdings habe es kleinere Schwächen bei der Display-Performance und auch der fehlende MicroSD-Slot wird bemängelt. Aus diesem Grunde bezeichnen die PC-WORLD-Tester das Google Nexus 7 mit 8 GB auch als das beste 7-Zoll-Tablet, das man lieber nicht kaufen sollte. Trotz des niedrigen Preises würden auf Dauer die Limitierungen (vor allem der Speicher) eher stören. Lohnenswerter sei da eher das Nexus 7 mit 16 GB. Wer allerdings eine große Musik- und Videosammlung besitzt, der dürfte sich auch bei diesem Gerät schnell an dem zur Verfügung stehenden Speicher stören.

Google Nexus 7: Das Test-Fazit

Das Test-Fazit zum Google Nexus 7 der US-Kollegen: "The best 7-inch Android tablet you can buy today, the Nexus 7 delivers solid performance and usability at a value price; but it also has at-times funky text rendering and its lack of a MicroSD card slot makes the 16GB model the better option."

Mittwoch, 04.07.2012 | 14:26 von Panagiotis Kolokythas
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