02.05.2012, 13:59

Panagiotis Kolokythas

TU Chemnitz

Auf Papier gedruckte Lautsprecher vorgestellt

Maxi Bellmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz, zeigt die gedruckte Lautsprecherfläche. ©TU Chemnitz

Forscher der TU Chemnitz präsentieren eine Weltpremiere: Auf Papier gedruckte Lautsprecher.
Die Forscher des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz (pmTUC) werden auf der Drucktechnik-Messe drupa (3. bis 16. Mai in Düsseldorf) ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Darunter werden als Weltneuheit auch Lautsprecher gezeigt, die mittels Flexodruckverfahren auf herkömmlichen Standardpapier gedruckt werden. Beim Flexodruck handelt es sich um ein neuartiges Hochdruckverfahren, bei dem die Druckformen aus flexiblen Fotopolymerplatten bestehen.
Laut Angaben der Forscher wird der gedruckte Papierlautsprecher wie jeder herkömmliche Lautsprecher an einen Audioverstärker angeschlossen. "Das Frequenzverhalten und damit die Klangqualität sind gut. Überraschend laut sind die Papiere auch. Lediglich die Bässe des Papierlautsprechers sind etwas schwach", so Dr. Georg Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am pmTUC.
Die sehr dünnen Lautsprecher bestehen aus mehreren Schichten eines leitfähigen organischen Polymers sowie einer piezoaktiven Schicht. Laut den Forschern sollen die Papier-Lautsprecher erstaunlich robust und extrem kostengünstig in der Herstellung sein. Weiterer Vorteil: Die Papierlautsprecher können mit farbigen Botschaften bedruckt werden.
Zu den möglichen Einsatzgebieten der neuartigen Papierlautsprecher zählen laut Angaben der Forscher unter anderem die Möglichkeit, die Lautsprecher in gängige Druckprodukte zu integrieren, um damit beispielsweise Werbung attraktiver zu machen.
"Außerdem sind Soundtapeten oder rein technische Anwendungen wie Abstandssensoren vorstellbar, denn die Papiere sind auch im Ultraschallbereich aktiv", erläutert Projektmitarbeiterin Maxi Bellmann und fügt hinzu: "Da das Drucken freie Formen der Lautsprecher zulässt, hat man auch ganz neue Möglichkeiten, die erzeugten Schallwellen zu beeinflussen."
Die Entwicklung der Papierlautsprecher entstand im Rahmen des Projektes Plastic Acoustics (PACU), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Beteiligt waren die Robert Bosch GmbH (Stuttgart), die Heraeus Clevios GmbH (Leverkusen), die X-spex GmbH (Berlin) und das Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS.
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