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Zeitungsleser pfeifen auf Twitter und Co

20.03.2010 | 15:56 Uhr |

Trotz Social-Media-Boom stechen klassische journalistische Inhalte Twitter und Co bei der Informationsbeschaffung noch immer aus. Wie eine aktuelle TNS-Emnid-Umfrage zeigt, legen nur wenige Zeitungsleser, die auch Internetnutzer sind, Wert auf interaktive Onlineangebote wie Twitter, RSS-Feeds oder Web-TV. Vielen sind Zusatzservices von Zeitungen auf solchen Plattformen sogar vollkommen unbekannt.

Im Mittelpunkt der Studie standen für die Forscher interaktive und multimediale Dienste der lokalen und regionalen Zeitungsseiten. Insgesamt wurden 16 verschiede Onlinedienste und -services miteinbezogen. "In unserer Umfrage ging es primär um Angebote auf Webseiten von Zeitungen - also auch Twitter und Co als Teil davon", sagt Michael Voß, Senior Consultant bei TNS Emnid , auf Nachfrage von pressetext. Die allgemeine Bekanntheit von Social-Media-Angeboten wurde dabei nicht abgefragt.

40 Prozent der Zeitungsleser wissen nicht, dass es Web-TV-Angebote gibt, ein Viertel weiß nicht über die Möglichkeit bescheid, Videos zu Nachrichten auf den Webseiten anschauen zu können. Daher ist auch die Nutzung eher niedrig. Nur vier Prozent haben laut der Untersuchung solche Angebote auf den Seiten der Tageszeitungen schon einmal genutzt. Auch RSS-Feeds sind nur wenigen bekannt.

Bei Twitter zeigt sich dasselbe Bild. Der Microbloggindienst wird kaum mit regionalen oder lokalen Tageszeitungen assoziiert. Nur zwei Prozent der Befragten mit Internetzugang haben den Dienst schon auf den Zeitungswebseiten genutzt oder wünschen sich ein solches Angebot. Auch bei den 14- bis 29-Jährigen sind die Zahlen laut TNS Emnid ähnlich niedrig.

Mit journalistischer Qualität können Leser auch im Internet an die Tageszeitungen gebunden werden. Denn am größten ist die Akzeptanz von Angeboten, die aus der journalistischen Kernkompetenz entstehen. Dazu zählen Videos zu aktuellen Nachrichten, RSS-Feeds oder auch die Listung häufig gelesener Artikel. Personen, die regelmäßig zur Zeitung greifen, können laut der Untersuchung sehr wohl auch etwas mit erweiterten Content-Angeboten anfangen und damit an das Angebot der Zeitung herangeführt werden.

(pte)

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