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Stauwarnungen für Bundes- und Landstraßen

03.11.2008 | 13:36 Uhr |

Der Stauwarndienst TMCpro steht bisher nur für Autobahnen bereit. Ab dem Frühjahr 2009 soll TCMpro den Autofahrern aber auch auf Bundes- und Landesstraßen zuverlässige Verkehrsdaten bereit stellen – dank anonymer Bewegungsdaten von Millionen Handys.

Ab dem Frühjahr 2009 warnt der kostenpflichtige Verkehrsservice TMCpro vor Verkehrbehinderungen nicht nur - wie bisher - auf Autobahnen sondern auch auf Bundes- und Landesstraßen. Möglich wird diese Ausweitung durch die technische Integration von Mobilfunkdaten. Das Kind hört auf den Namen "Floating Phone Data" und wertet die anonymisierten Bewegungsdaten von Millionen Mobiltelefonen für die Analyse der aktuellen Verkehrssituation aus. Aus den technischen An- und Abmeldedaten der Geräte beim Durchqueren der Funkzellen werden Flussdaten gewonnen, die mit dem Straßennetz abgeglichen werden und so ein Abbild des aktuellen Verkehrsflusses auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen liefern sollen, wie T-Systems erklärt.

Zur Validierung der Mobilfunkdaten werden diese Daten im Rechenzentrum von T-Systems Traffic vor der Übermittlung an die Navigationsgeräte noch mit den klassischen Datenquellen von TMCpro abgeglichen - also mit Daten, die von Brückensensoren, Induktionsschleifen, "Floating Cars" und den Daten der Landesmeldestellen stammen.

Das Datenmaterial für "Floating Phone Data" sind die anonymen Bewegungsdaten von rund 34 Millionen Geräten im Netz von T-Mobile. Die technischen Protokolle werden bereits von T-Mobile anonymisiert übergeben und lassen keine Rückschlüsse auf einzelne Mobilfunknummern zu, wie T-Systems versichert. Der neuen Technologie liegt ein mehrjähriger Modellversuch in Baden-Württemberg unter Beteiligung von T-Systems Traffic zugrunde, bei dem sich die praktische Nutzbarkeit der Daten erwiesen haben soll. Durch eine genaue Georeferenzierung der Bewegungsinformationen sollen statistische Anomalien wie etwa Züge oder Busse, in denen zahlreiche Mobilfunkgeräte gleichzeitig unterwegs sind, aus der Auswertung ausgeschlossen werden.

Wegen der großen Datenmenge kann die neue Generation von TMCpro nicht mehr vollumfänglich über den bislang für TMC genutzten Kanal des FM-Radiosignals RDS übermittelt werden. Digitale Distributionskanäle wie das Digitalradio und der Mobilfunk hingegen bieten genügend Bandbreite für die Übermittlung des Datenvolumens. Bei den so genannten "Connected Devices", einer neuen Generation von Navigationsgeräten, übernimmt eine eingebaute SIM-Karte das Senden und Empfangen der TMCpro-Daten per GPRS. Die ersten Geräte, die die neue TMCpro-Technologie verarbeiten können, werden voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2009 auf den Markt kommen. Die "klassische" per Radiosignal übertragene Variante von TMCpro soll aber weiter verfügbar bleiben.

TCMpro darf nicht mit dem kostenlosen Stauwarndienst TCM verwechselt werden. Letzterer basiert auf Daten der Polizei, von Staumeldern und vom ADAC.

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