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T-Online-Kunden nicht bevorzugt

T-Online darf seine Kunden bei der Aktienzuteilung im April nicht bevorzugen. Die geplante Fragebogenaktion, die der Online-Dienst mit Aktien belohnen will, legt den Verdacht des Kundenfangs nahe, so das Landgericht Hamburg.

T-Online darf seine Kunden bei der Aktienzuteilung im April nicht durch ihre Umfrageaktion begünstigen. Das Landgericht Hamburg untersagt T-Online, "eine Bevorzugung bei der Zuteilung der T-Online-Aktie zu versprechen, dafür zu werben und/oder Teilnehmern an einer solchen Kundenbefragung solche Vorteile zu gewähren". Die nur für T-Kunden bestimmte Aktion könne Nichtkunden dazu bewegen, den Dienst zu abonnieren, um an der Umfrage teilnehmen zu können, so die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, die eine Einstweilige Verfügung gegen T-Online beantragt hatte.

Die Telekom-Tochter hatte angekündigt, die Kunden beim Börsengang Sonderanrechte auf seine Aktien einzuräumen, wenn sie an einer Befragung bezüglich ihrer Erfahrungen und dem Umgang mit dem Internet teilnehmen. Art und Umfang dieses Kundenvorteils wollte das Unternehmen erst ab dem Ende der Zeichnungsfrist am 12. April bekannt geben. "Für das Ausfüllen des Fragebogens belohnen wir alle Teilnehmer mit Vorteilen bei der Emission von T-Online-Aktien", heißt es auf der Website von T-Online.

Börsenrechtlich ist die Bevorzugung von Kunden legitim - das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel bezeichnet sie als "normale Kundenpflege". Woran sich die Wettbewerbszentrale stößt, ist die Fragebogenaktion, die einfach zu sehr nach Kundenfang aussieht.

Bei der T-Online-Mutter Deutsche Telekom weist man solche Verdächtigungen weit von sich. Die Befragung diene in keiner Weise der Gewinnung von Neukunden, so Telekom-Sprecher Ulrich Lissek gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. (PC-WELT, 17.03.2000, hr/ sp)

Lycos läuft T-Online Rang ab (PC-WELT Online, 9.3.2000)

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