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DVB-T-Handys ab Mai erhältlich

T-Mobile und Vodafone verkaufen ab Mai die DVB-T-fähigen Handys HB620-T von LG und das Gsmart T600 von Gigabyte - pünktlich zum Start der Fußball-EM im Juni. Die Netzbetreiber treten mit dem Angebot in Konkurrenz zum Handy-TV-Konsortium Mobile 3.0, das ebenfalls zum Fußballspektakel starten möchte und auf den von der EU-Kommission bevorzugten Standard DVB-H setzt. Die Verbraucher wirds freuen.

Wenn am 7. Juni in Basel (Schweiz) die Fußballeuropameisterschaft 2008 eröffnet wird, werden neben den 42.500 Zuschauern im Stadion und den Millionen Begeisterten vor den Fernsehern auch zahlreiche Fans auf ihren Handys zuschauen und die Siege der Deutschen Elf verfolgen können - zumindest, wenn es nach den Vorstellungen von T-Mobile und Vodafone geht.

Beide Netzbetreiber verkaufen ab Mai die DVB-T-fähigen Handys HB620-T von LG und das Gsmart T600 von Gigabyte und starten rechtzeitig zum Fußballspektakel des Jahres. Bereits im März 2008 hatte auch The Phone House angekündigt, das HB620-T ab dem kommenden Monat anbieten zu wollen.

Mit den Geräten treten T-Mobile und Vodafone in Konkurrenz zum Handy-TV-Konsortium Mobile 3.0, das ebenfalls zur Fußball-EM 2008 ein eigenes Angebot per DVB-H auf die Handy-Displays bringen möchte. DVB-H ist ein von der EU-Kommission bevorzugter Standard für MobileTV und wurde für diesen Einsatzbereich entwickelt. Die Technologie benötigt zwar weniger Energie als DVB-T, ist aber kostenpflichtig und schreckt deshalb eine Vielzahl potenzieller Kunden ab. DVB-T kann stattdessen kostenlos empfangen werden. Über finanzielle Details machten die Anbieter keine näheren Angaben, die Geräte kosten mit Vertragsbindung aber mehr als 100 Euro.

"Das Mobilfernsehen wird sich erst dann in Europa richtig etablieren, wenn die Frage der Technik geklärt ist", sagte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin im März, als der DVB-H-Standard als europäische Norm festgelegt wurde. Künftig sind die Mitgliedstaaten zur Förderung der Nutzung von DVB-H verpflichtet. Voraussetzung für den Erfolg seien angemessene Preise für den Dienst sowie preiswerte Mobiltelefone mit DVB-H-Unterstützung.

Trotz der ermutigenden Worte von Viviane Reding bleibt aber die Frage offen, weshalb ein zusätzlicher Standard entwickelt wurde, statt auf die bestehende DVB-T-Technologie zu setzen. Die Industrie ist besser beraten, in stromsparende Technik zu investieren und mobiles Fernsehen kostenfrei anzubieten. Die Finanzierung könnte wie im herkömmlichen Fernsehen weitgehend über Werbemittel abgedeckt werden, stattdessen wird der Verbraucher bei DVB-H zur Kasse gebeten.

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