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iPhone - Kassenschlager oder Ladenhüter?

Seit heute ist das iPhone in Deutschland erhältlich. Die bisherige Resonanz dürfte T-Mobile allerdings nicht geschmeckt haben - ob's am Wetter lag? Zumindest eines ist sicher: SIM-Lock, hohe Preise und die Unfähigkeit, Anwendungen von Drittanbietern installieren zu können, trüben die Freude auf das erste Mobiltelefon mit Apfel-Logo.

Klirrende Kälte und strömender Regen. Für gewöhnlich wagt bei diesem Wetter niemand freiwillig einen Schritt vor die Tür - vor allem mitten in der Nacht. Am gestrigen Donnerstagabend war das anders. Vor dem T-Mobile-Shop in der Kölner Schildergasse herrschte um Mitternacht ein kleiner Ausnahmezustand, wollte doch jeder der 400 Schaulustigen zuerst Apples iPhone in den Händen halten.

Als Erfolg wird T-Mobile den Verkaufsstart des Apple-Handys verbuchen, an die Euphorie vom 29. Juni, als das iPhone in den USA in den Handel kam, reichte der gestrige Abend aber nicht heran. Aus ganz Deutschland sollten iPhone-Fans nach Köln gebracht werden, um das kalifornische Wunderhandy für viel Geld zu kaufen - doch kurzfristig musste T-Mobile die Reisebusse aufgrund der geringen Nachfrage wieder abgestellen. Lag es am schlechten Wetter?

Laut einer aktuellen Umfrage sind die Verbraucher nicht nur aufgrund des Wetters schlecht auf das iPhone zu sprechen. Bei ihrer Untersuchung "Wie wird das iPhone vom deutschen Markt aufgenommen?" hat eine Gruppe des Fachbereichs Medienmanagement an der Mediendesign Hochschule München hinterfragt, was die Verbraucher am iPhone besonders stört.

Wie erwartet haben die meisten Befragten gegenüber einer Bindung an T-Mobile und dem SIM-Lock die größten Vorbehalte. Für 37 Prozent stellt das SIM-Lock ein erhebliches Problem dar; 32 Prozent gaben an, das iPhone vor allem aus diesem Grund nicht zu kaufen. Außerdem lehnt jeder zweite (55 Prozent) eine Bindung von Hardware und Provider grundsätzlich ab oder hätte sich einen anderen Anbieter (40 Prozent) gewünscht (o2: 6,1 %, VF: 5,3%, E-Plus: 2,5 %).

Auch beim Preis haben die Kunden andere Vorstellungen als T-Mobile. Während das iPhone monatlich zwischen 49 und 89 Euro im Grundpreis kostet, sind über 60 Prozent nicht bereit, einen Vertragspreis von mehr als 30 Euro zu akzeptieren. Ohnehin kommt für 47 Prozent der Befragten ein Anbieterwechsel derzeit nicht in Frage. Nur 5,7 Prozent gaben an, das Apple-Handy sofort am Erscheinungstag kaufen zu wollen, 13 Prozent warten die erste Revision ab und 27 Prozent waren unentschlossen. Knapp die Hälfte (47 Prozent) zeigte sich enttäuscht, dass das iPhone kein UMTS unterstützt.

Grundlage des Stimmbarometers ist eine nicht repräsentative Online-Befragung von 1.000 Teilnehmern der Foren macuser.de, apfel-talk.de, telefon-treff.de und areabasar.de, die zwischen dem 23. September und 15. Oktober 2007 durchgeführt wurde. Der Rücklauf lag bei 245 Teilnehmern, davon gehören 80 Prozent zur Kernzielgruppe des iPhones im Alter von 16 bis 35 Jahren. 83 Prozent der Befragten ist männlich, fast 80 Prozent nutzen ein Mobiltelefon mit Vertragsbindung.

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