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T-COM verwirrt mit neuem Snap & Click-Angebot

07.07.2006 | 10:50 Uhr |

Die T-COM hat kürzlich mit "Snap&Click" einen neuen Foto-Service gestartet. Doch in der Pressemitteilung zu diesem Angebot ist der T-COM ein verwirrender Fehler unterlaufen: Aus einer simplen analogen Wegwerfkamera machte die T-COM nämlich eine digitale Einwegkamera. Bevor Sie jetzt also einen auf dieser Pressemitteilung basierenden Medienbericht lesen und neugierig zum nächsten T-Punkt laufen, um sich dieses Wunderwerk der Technik zu kaufen, lesen Sie besser unsere Meldung.

"Snap & Click besteht aus einer digitalen Einwegkamera mit 27 Bildern" verkündet die T-COM in einer am 5. Juli verschickten Pressemitteilung. Doch davon kann keine Rede sein. Wer neugierig auf die digitale Einwegkamera ist und im Vertrauen auf diese Meldung in den nächsten T-Punkt geht, wird enttäuscht. Das Fatale an dieser Mitteilung der T-Com: Viele Medien übernehmen für gewöhnlich solche Pressemitteilungen für ihre Berichterstattung. Wenn Sie also irgendwo eine News entdecken, in der von einer digitalen Wegwerfkamera der T-COM die Rede ist, können Sie das getrost ignorieren.

Denn die mit "Snap & Click" mitgelieferte Kamera ist eine ganz normale analoge Wegwerfkamera, wie es sie seit Jahren gibt. Die einzige Besonderheit an dem Angebot ist die Kombination mit einem Online-Portal, auf dem man die Fotos in digitaler Form ablegen kann.

"Snap & Click" besteht zunächst aus einer analogen Einwegkamera (inklusive Blitz-Funktion) mit 27 Bildern. Wenn Sie die Kamera vollgeknipst haben, geben Sie sie in einem T-Punkt ab. Von diesen Aufnahmen erstellt der Digitalisierungsservice von T-Com Fotoabzüge auf Papier im Format 10 x 15 cm, die man sich laut T-COM nach drei Tagen im T-Punkt zusammen mit den Negativen abholen kann.

Der Kunde bekommt außerdem auch die digitalen Originale seiner Aufnahmen. Dazu muss er sich auf www.t-community.com registrieren. Zwei Tage später sollen die digitalen Fotos auf diesem Portal passwortgeschützt bereit stehen. Von dort kann man die Bilder auf den PC herunterladen.

Interessanter dürfte aber die Möglichkeit sein, die Bilder via Internet seinen Freunden und Bekannten vorstellen zu können. Um die Bilder betrachten zu können, muss man laut Pressestelle der T-COM nicht Mitglied der tcommunity sein. Eine Fotodiashow soll sich ebenfalls via Webfrontend erstellen lassen.

Für das "Snap & Click"-Paket kassiert die T-COM 5,95 Euro, der Verkauf erfolgt über die T-Punkte.

Über den ökologischen Sinn oder Unsinn einer Wegwerfkamera kann man trefflich streiten. Die T-COM antwortete uns auf die Frage nach der ökologischen Bedenklichkeit von Wegwerfkameras: "Für Deutschland/Österreich kann man praktisch davon ausgehen, dass alle Single Use Cameras (SUCs) recycelt werden, die wir bzw. Kodak in Verkehr bringen. Der Rücklauf wird vollständig und flächendeckend über Broker kontrolliert, die die Kameras bei den Laboren/Minilabs einsammeln und sortiert an Kodak liefern. Selbst die Batterien aus SUC Flash werden mit zurück genommen, geprüft und einer Wiederverwendung zugeführt, wenn noch mind. 80% der Ladekapazität vorhanden ist."

Selbst wenn man die Kamera vollständig recyclen kann, wird beim Recycling Energie verbraucht. Umweltschützern dürften solche Wegwerfkameras ein ziemlicher Dorn im Auge sein.

Digitale Wegwerfkameras gibt es unseres Wissens bis heute in Deutschland nicht. Im Unterschied zu analogen Einwegkameras würden sie sich nicht so einfach recyclen lassen, weil sie Platinen, Chips und diverse giftige Materialen beinhalten.

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