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Symantec legt Streit mit Hotbar bei

07.03.2006 | 16:49 Uhr |

Die außergerichtliche Einigung wird von beiden Seiten als Sieg angesehen.

Ein von Symantec angestrengtes Gerichtsverfahren gegen die Adware-Firma Hotbar ist außergerichtlich beigelegt worden. Symantec war im Frühjahr 2005 vor Gericht gezogen um durchzusetzen, dass es die Adware von Hotbar auch als solche bezeichnen darf ( wir berichteten ).

Ende Februar dieses Jahres verkünden beide Parteien, sie hätten sich geeinigt und verbuchen dies als Erfolg. Symantecs Anti-Spyware meldet Hotbars Adware-Komponenten weiterhin, gibt jedoch nicht länger die Empfehlung zum sofortigen Entfernen. Vielmehr wird Hotbar nun als geringes Risiko eingestuft und dem Benutzer empfohlen, die Software auf dem Rechner zu belassen. Anwender haben weiterhin die Möglichkeit sich für die Entfernung der Adware zu entscheiden.

Kritiker wie Ben Edelman sehen diese Änderung als problematisch an. Edelman befürchtet, dass Anwender, insbesondere Kinder und Jugendliche, sich nicht darüber im Klaren sein könnten, was sie mit Hotbar bekommen, wenn sie der Installation zustimmen. Pop-up- und Pop-under-Werbefenster sowie sich automatisch öffnende Werbeseiten sind das Ergebnis.

Gerade Kinder und Jugendliche seien, so Edelman in einer Analyse aus dem letzten Jahr, eine wichtige Zielgruppe für Hotbar. Mit Werbebannern auf Web-Seiten, die Spiele für Kinder anbieten, biete die Adware-Firma Programme an, die zum Beispiel Smileys für Mails liefern sollen. Der Dialog, in dem Anwender der Installation vorab zustimmen müssen, sei mit für diese Zielgruppe ungeeigneten Formulierungen durchsetzt, die Aussagen über die Werbefinanzierung der installierten Software seien unzureichend, kritisiert Edelman.

Einen Pluspunkt sieht Edelman in einer allgemeineren Tendenz - während noch vor einem Jahr fast wöchentlich Beschwerdebriefe von Adware-Firmen bei Anbietern von Anti-Spyware eingingen, in denen die Entfernung der jeweiligen Adware aus den Datenbanken gefordert wurde, finde dies mittlerweile kaum noch statt. Die Fronten seien einigermaßen geklärt, Adware-Firmen hätten eingesehen, dass sie mit juristischen Mitteln nicht durchkämen.

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