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Virtuelles Armaturenbrett macht PC-Stromverbrauch sichtbar

09.06.2009 | 08:46 Uhr |

Verdiem hat ein virtuelles Armaturenbrett zur visuellen Darstellung von Stromverbrauch und CO2-Emissionen im Betrieb von Computernetzwerken vorgestellt.

Verdiem hat ein virtuelles Armaturenbrett zur visuellen Darstellung von Stromverbrauch und CO2-Emissionen im Betrieb von Computernetzwerken vorgestellt. Verdiems Kunden sollen durch diese Software jährlich 20 bis 60 Dollar Stromkosten pro Rechner einsparen können. "Das Anzeigen und Bewusstmachen von Energieverbrauch und CO2-Emissionen in Echtzeit ist zentral für eine entsprechende Sensibilisierung von Unternehmen," sagt Brett Goodwin, Vice President Marketing von Verdiem.

Dieses "Sustainability-Dashboard" kann von Anwendern verschiedentlich konfiguriert werden. Eine Einbettung der Anwendung ist jedoch nur in Intranetseiten, nicht jedoch in öffentliche Webseiten von Unternehmen möglich. Diese Einschränkung ist darauf zurückzuführen, dass das Dashboard nur auf Basis der Server-basierten PC-Power-Management-Software Surveyor arbeitet. Surveyor erlaubt es IT-Abteilungen, etwa Computer, die über Nacht nicht ausgeschalten werden, mit Hilfe dieser Software in den Standby-Modus zu versetzen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum hinaus nicht benützt werden.

Im Zuge der Implementierung des Surveyor-Systems werden Wattmeter zur Leistungsmessung an die Einzelrechner angelegt. Anhand der so gewonnenen Daten werden Gruppen- und Verbrauchsprofile erstellt. Auf dieser Basis kann dann der Energieverbrauch innerhalb von Betrieben strategisch verwaltet werden. Bei Washington Mutual, ehemals eines der größten amerikanischen Finanzunternehmen, seien auf diese Weise 65 Prozent der von 44.000 Rechnern verbrauchten Energie eingespart worden, sagt Deborah Horvath, CIO bei Washington Mutual, im CIO Magazine.

Auch große US-Stadtverwaltungen haben das System bereits zur Anwendung gebracht und sollen spektakuläre Erfolge erzielt haben. Im Falle von Chicago würden 9.500 PCs seither wesentlich effizienter betrieben werden. Der Hersteller verspricht zumindest Energieeinsparungen von 30 Prozent. Einer Studie der City University of New York zufolge soll auch die Stadt New York 173 Kilowattstunden Strom pro Rechner und Jahr einsparen können. Über fünf Jahre sollen so 22.000 metrische Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre gelangen.

Die Umsetzung solcher Strategien ist jedoch nicht immer einfach. Bestimmte Applikationen verlangen den stetigen Betrieb von Rechnern, andere PCs kommen nicht in Frage, da ihre Treiber veraltet sind und nicht auf entsprechende Ausschaltanweisungen reagieren würden. Nichtsdestotrotz haben 66 Prozent der im Standard & Poors Index gelisteten Unternehmen noch keinerlei Daten hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks transparent gemacht, was auf ein gewaltiges Marktpotenzial schließen lässt. Ähnliche Ansätze werden bereits für das optimierte Verwalten und Betreiben von Stromnetzen und Gebäudekomplexen verfolgt. (pte)

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