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Surfer verklagt Netscape

09.07.2000 | 09:07 Uhr |

Ein New Yorker Internet-Nutzer beschuldigt die Browser-Schmiede Netscape, illegalerweise Web-Surfer auszuspionieren.

Ein New Yorker Internet-Nutzer beschuldigt die Browser-Schmiede Netscape, illegalerweise Web-Surfer auszuspionieren. Wie das US-Branchenblatt The Standard berichtet, klagt der Amerikaner Christopher Specht vor einem US-Bezirksgericht gegen die Tochter des weltgrößten Online-Dienstes America Online.

Grund der Klage ist die in das Netscape-Programmpaket integrierte SmartDownload-Software des Web-Browser-Pioniers. Dieses Programm soll Downloads von .exe- und .zip-Dateien aus dem Internet protokollieren. Informationen über die heruntergeladenen Dateien würden dann zusammen mit einem den User identifizierenden Cookie aus der Navigator-Software an Netscape übertragen, so der Vorwurf von Specht. Netscape bzw. AOL würden damit gegen den Electronic Communications Privacy Act sowie den Computer Fraud and Abuse Act verstoßen.

Die Vertretungsklage (Class Action) von Specht gegen Netscape/AOL bedarf des Urteils einer Gerichtsjury. Sollte der Klage stattgegeben werden, müsste der Online-Dienst Schadensersatz leisten. Erst im Mai hatte eine Gruppe von Privatklägern aus Kalifornien einen ähnlichen Prozess gegen das Online-Marketingunternehmen DoubleClick wegen der Weitergabe personenbezogener Daten angestrengt.

Die Netscape Muttergesellschaft AOL hat bislang jeden Kommentar zu den Vorwürfen verweigert. (PC-WELT, 07.07.2000, jas)

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