20120

Surfen am Arbeitsplatz bleibt steuerfrei

19.10.2000 | 10:22 Uhr |

Arbeitnehmer können künftig unbegrenzt steuerfrei am Arbeitsplatz privat telefonieren oder im Internet surfen. Das gab der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, am Mittwoch überraschend bekannt.

Arbeitnehmer können künftig unbegrenzt steuerfrei am Arbeitsplatz privat telefonieren oder im Internet surfen. Das gab der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, am Mittwoch überraschend bekannt.

Finanzminister Hans Eichel (SPD) plane einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung des Einkommensteuer-Paragrafen acht, um den Bürokratieaufwand in Personalabteilungen und Finanzverwaltung zu verringern. Damit wird die für PC und Internet bereits angekündigte generelle Steuerbefreiung auch auf das Telefonieren und andere Telekommunikationsanlagen ausgedehnt.

Steuerfrei waren solche Aufwendungen bisher bis zu einer Freigrenze von 50 Mark im Monat. Dieser Betrag verdoppelt sich nahezu mit Beginn des Euro-Bargeldes Anfang 2002 auf 50 Euro und gilt dann nur noch als Arbeitnehmerrabatt für Einkäufe im eigenen Laden oder Unternehmen.

Laut Albig werden die Länder-Finanzverwaltungen derzeit vom Steuerrecht gezwungen, "mit hohen bürokratischen Aufwand den so genannten geldwerten Vorteil der Nutzung von Computern und Telekommunikationsanlagen zu ermitteln". Die anfängliche Absicht auch des Bundes, in diese - für den Telefongebrauch seit langem geltende -Regelung auch die Internet-Nutzung am Arbeitsplatz einzubeziehen, hatte harschen Protest in der Öffentlichkeit ausgelöst.

"Bisher notwendige Aufzeichnungen werden damit entbehrlich", erklärte das Ministerium. Es räumte zugleich ein: "Diesem Aufwand steht regelmäßig kein fiskalischer Ertrag gegenüber, da die geltende Freigrenze von 50 Mark im Monat den tatsächlichen geldwerten Vorteil übersteigt." Durch die Erhöhung des Betrages auf 100 Mark werde dieses Missverhältnis noch deutlicher.

Das Ministerium erläuterte seinen plötzlichen Entschluss so: "Der Standort Deutschland braucht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die perfekt mit den Neuen Medien umgehen können. Ein Steuerrecht, das mit bürokratischen Erschwernissen das Heranführen der Menschen an die notwendigen Fähigkeiten erschwert, steht im Widerspruch zu diesem Ziel."

Eichels Initiative "wird die Nutzung des Internets im Arbeitsleben und damit den Standort Deutschland weiter stärken, ohne dass es zu nennenswerten Steuerausfällen kommt". (PC-WELT, 19.10.2000, dpa/ pk)

PCs bald schneller abschreiben? (PC-WELT Online, 16.10.2000)

Steuern fürs Surfen am Arbeitsplatz? (PC-WELT Online, 14.07.2000)

Bald Steuern im Internet? (PC-WELT Online, 16.05.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
20120