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Bei RTL II funktioniert eine Web-Filterung

10.07.2008 | 10:01 Uhr |

Wie schafft man es, die private Nutzung des Internet am Arbeitsplatz zu gestatten und trotzdem das Surfen nicht ausufern zu lassen? Der TV-Sender RTL II hat das Problem durch einen Web-Filter gelöst.

Die private Nutzung des Internet im Unternehmen zu kontrollieren ist eine richtige Herausforderung, und nicht nur eine technische: Man muss sowohl die Mitarbeiter von der Notwendigkeit und dem Sinn der Richtlinien überzeugen als auch dafür sorgen, dass die technischen Maßnahmen, welche die Einhaltung der Richtlinien gewährleisten, die Privatsphäre der Mitarbeiter nicht antasten.

Die derzeitigen Datenschutzdebatten und die Vorfälle von unrechtmäßiger Überwachung stellen die verfügbaren technischen Lösungen oft in Frage. Das liegt auch daran, dass die Tools in der Regel mehr können als sie dürfen. Das gibt auch Andreas Braunmiller, IT-Sicherheitsberater des Senders, unumwunden zu: "Theoretisch wäre es der IT-Abteilung bei RTL II durchaus möglich, alle Aktionen ihrer Mitarbeiter im Internet nachzuvollziehen."

Das allerdings war nicht die Absicht, als der Sender Ende 2006 eine Lösung fürs Web Monitoring einführte. Zudem versteht sich sie IT-Abteilung von RTL II nicht unbedingt als Überwachungsapparat und will erst recht nicht gegen die eigenen Kollegen arbeiten. Für Braunmiller ist genau das Gegenteil der Fall: "Wir verstehen unsere Lösung als zusätzliches Sicherheitsnetz - sowohl für unser Unternehmen als auch für unsere Mitarbeiter."

Vor gut zwei Jahren erhielt der Berater den Auftrag, eine Lösung einzuführen, über die sich die Internet-Nutzung gleichermaßen nachvollziehen und einschränken lässt. Die Client-Infrastruktur des Senders besteht aus rund 400 PC-Arbeitsplätzen mit Zugang ins Internet. Mit Unterstützung des Bremer Security-Dienstleisters Ampeg entschied sich Braunmiller für einen Web-Filter für das gesamte Netz aus und begleitete dessen Installation.

Zusätzliche Sicherheit

Die IT-Abteilung ist kein unternehmenseigener Geheimdienst, stellt Andreas Braunmiller, Sicherheitsberater bei RTL II, klar.
Vergrößern Die IT-Abteilung ist kein unternehmenseigener Geheimdienst, stellt Andreas Braunmiller, Sicherheitsberater bei RTL II, klar.
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Von der Web-Filterung versprach sich RTL II ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Mit dem Aufkommen von Phishing und von Webseiten, deren Besuch allein schon dafür ausreicht, einen Rechner mit Viren und Spyware zu infizieren, sehen sich viele Firmen genötigt zu reagieren. Viele gehen soweit darüber nachzudenken, die private Internet-Nutzung ganz zu verbieten. Allerdings kam eine solche Radikalmaßnahme für den Sender nicht in Frage. "So weit wollten wir aber nicht gehen", beteuert Berater Braunmiller. Für RTL-II-Mitarbeiter sei das Internet eine unverzichtbare Informationsquelle, etwa für Recherchen. "Eine Unterscheidung der Webseiten nach privat oder geschäftlich ist in unserer Branche kaum möglich."

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