Sun zieht GPL für Open Solaris in Betracht

Dienstag, 14.11.2006 | 16:08 von Eric Bonner
Sun hat gestern das Lizenzmodell für die Java Platform Standard Edition (Java SE) und seine Java Platform Micro Edition (Java ME) geändert, fortan laufen Java SE und Java ME unter der GNU General Public License Version 2 (GPLv2) – das ist erste Mal, dass Sun eine andere Lizenz als seine eigene CDDL (Common Development and Distribution License) herangezogen hat. Im Zuge dieser Änderung stellt sich unwillkürlich die Frage, ob Sun die GPL nicht auch noch für andere Produkte aus dem Portfolio verwenden könnte.

Es passiert nicht jeden Tag, dass ein Chef seine Mitarbeiter vor großem Publikum in Zugzwang bringt. Aber genau das ist es, was der Chef von Sun Microsystems mit seinem Chief Software Executive getan hat, als sie die Entscheidung des Herstellers feierten, Java ab sofort unter der GPL ( wir berichteten ) anzubieten. Auf dem Event, das formell den Start von Java unter der neuen Lizenz einläutete und auch zum Teil per Webcast übertragen wurde, entfaltete sich die folgende Unterhaltung zwischen Jonathan Schwartz, President und Chief Executive Officer von Sun, und Rich Green, dem Senior Vice President of Software. Das Thema: Open Solaris.

"Bist Du abgeneigt, die Lizenz zu ändern, Rich Green?“ fragte Schwartz. Green entgegnete: "Bestimmt nicht." Woraufhin der Sun CEO seine Frage zuspitzte: "Will you GPL Solaris, Mr. Green?" Green antwortete: "Wir werden es uns genau anschauen." Und das Substanz hinter den Überlegungen steckt, belegte ein anschließend gemachte Aussage von Green: Er verwies darauf, dass die Vertrautheit und der Level an Behaglichkeit, den viele Entwickler im Hinblick auf die GPL hätten, letztendlich dazu führen könnte, dass Sun die GPL auch für Open Solaris heranzieht.

Was das Ziel einer derartigen Änderung im Lizenzmodell sein könnte, verraten die Überlegungen von Sun bezüglich GPL und Java. Schwartz und Green halten die Öffnung für einen der wichtigsten Schritte in der Software-Landschaft. Das Unternehmen hofft dabei, dass sich die Veränderung in einer noch viel bereiteren Akzeptanz und Streuung von allen möglichen Arten von Java quer über die Palette mobiler Geräte und Computer niederschlägt. Innerhalb des letzten Jahrzehnts seitdem Java existiert, benutzten vier Milliarden Geräte die Technik, so Schwartz. Heutzutage würden acht von zehn Mobiltelefonen mit Java-Plattform ausgeliefert. "Wie kommen wir an die nächsten vier Milliarden?" so Schwartz.

Java unter der GPL

Dienstag, 14.11.2006 | 16:08 von Eric Bonner
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