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Sun-Chef wettert gegen Microsoft

25.07.2001 | 15:48 Uhr |

In einer Ansprache auf der jährlich stattfindenden "Internet Summit" ließ der CEO von Sun, Scott McNealy, wenig Zweifel daran, was er von Microsoft und insbesondere von dem Produkt "Hailstorm" hält.

In einer Ansprache auf der jährlich stattfindenden "Internet Summit" ließ der CEO von Sun, Scott McNealy, wenig Zweifel daran, was er von Microsoft und insbesondere von dem Produkt "Hailstorm" hält. Eine seiner Äußerungen: "with Microsoft, the first hit is always free." Diese Formulierung kann jedoch auch doppeldeutig gewertet werden, denn "first hit" ist im englischsprachigen Drogenjargon gleichbedeutend mit "den ersten Schuß setzen". Dies berichtet unser Schwestermagazin "The Industry Standard" .

Mit der sarkastischen Fragestellung "Waren Sie jemals in einem Gewittersturm?" leitete er seinen Angriff ein und bezeichnete Hailstorm als ein sehr, sehr bedrohliches Projekt.

Microsoft nennt seine neue Web-Plattform "Hailstorm". Mit "Hailstorm" soll nach Aussagen von Microsoft das Surfen, Suchen und Einkaufen im Internet erleichtert werden. Hailstorm ist ein Baustein der .Net-Initiative.

Vor allem dem Umgang mit persönlichen Daten begegnet Scott McNealy mit Misstrauen. Anfangs so betonte er, gelte: "bei Microsoft ist zu Beginn alles umsonst". Später könnte Microsoft seine quasi Monopol-Stellung in diesem Bereich ausnutzen.

Bei dem neuen Service müssten Kunden eine Menge persönlicher Daten angeben, die bei Microsoft zentral gespeichert werden. Schlussendlich könnte Microsoft für den Zugriff auf diese Daten, beispielsweise welche Shopping History ein Kunde hat, 50 Dollar verlangen, so McNealy weiter.

Scott McNealy teilte noch weitere Seitenhiebe aus: Die .Net-Initiative von Microsoft erhielt von ihm kurzerhand die Bezeichnung ".Not"-Initiative. Auch vor der "Active Directory" machte er keinen Halt, indem er sie "captive directory" nannte - eine Anspielung darauf, dass Nutzer von Microsoft Produkten fast nicht mehr wechseln könnten.

Sun wettert gegen Microsofts Verzicht auf Java-Unterstützung (PC-WELT Online, 19.07.2001)

.Net auch unter Linux (PC-WELT Online, 14.03.2001)

Microsoft verärgert AOL & Sun (PC-WELT Online, 21.03.2001)

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