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Justiz durchsucht Google-Büroräume

03.05.2011 | 18:35 Uhr |

Google hat in Südkorea angeblich unerlaubt die Bewegungsdaten von Mobilfunk-Nutzern aufgezeichnet. Aufgrund der Vorwürfe wurden heute die Büroräume des Suchmaschinen-Riesen durchsucht.

Die südkoreanische Justiz hat den US-Konzern Google ins Visier genommen. Wie ein Polizei-Sprecher heute bestätigte, wird dem Unternehmen vorgeworfen, personalisierte Bewegungsdaten von Mobilfunk-Nutzern über seinen Werbe-Dienst AdMob aufgezeichnet zu haben. Das Sammeln der Standorte habe Google nicht mit der Koreanischen Kommunikations-Kommission abgestimmt, wodurch das Vorgehen von den Behörden als illegal eingestuft wurde.

Die Büroräume von Google wurden heute von der Polizei durchsucht, was Google offiziell bestätigte. Der Internet-Konzern betonte in einer Stellungnahme, dass man bei der Aufklärung der Vorwürfe kooperieren wolle. Einer ähnlichen Problematik musste sich Kulthandy-Hersteller Apple vor wenigen Tagen stellen. Datenschützer warfen dem Unternehmen vor, unrechtmäßig Verbindungs- und Standortdaten über iPhone- und iPad-Geräte zu sammeln, ohne die Nutzer im Vorfeld darüber informiert zu haben. Das Unternehmen entschuldigte sich und bestätigte, dass man die entsprechende Funktion mit dem nächsten iOS-Update abschalten werde.

Den größten Datenklau-Skandal in der Geschichte löste vor zwei Wochen der PlayStation-Hersteller Sony aus. Im Zuge eines Hacker-Angriffs im PlayStation Network wurden die Daten von 77 Millionen Nutzern gestohlen – inklusive Kreditkarten-Nummern. Auch Google war mit seinem Street-View-Programm bereits in der Vergangenheit in die Kritik von Datenschützern geraten.

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