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Microsofts Bing setzt auf WolframAlpha

13.11.2009 | 10:30 Uhr |

Microsoft hat bekannt gegeben, dass die Suchmaschine Bing in ihren Ergebnissen künftig die Algorithmen und Daten der faktenorientierten Antwortmaschine WolframAlpha berücksichtigen wird. Damit verspricht die Microsoft-Suche Nutzern konkretere Informationen nicht nur in Sachen harter Mathematik, sondern auch rund um das Thema Ernährung.

Freilich gilt das, wie bei Bing gewohnt, vorerst nur für die USA.

Für Microsoft geht es bei der Zusammenarbeit wohl nicht zuletzt um Anteile am Suchmarkt. Immerhin hat Bing nach einem relativ guten US-Start Marktbeobachtern zufolge seinen anfänglichen Schwung eingebüßt. Obwohl WolframAlpha sich selbst keineswegs als Google-Killer versteht, dürfte man in Redmond also darauf hoffen, dass es Bing zu einem solchen machen kann.

Mathematik und Ernährung

Deutlich nützlichere Ergebnisse verspricht Bing dank der Kooperation mit WolframAlpha zunächst klarerweise bei mathematiklastigen Anfragen. Hier kann die Suchmaschine nun aus dem Formelschatz und den graphischen Darstellungmöglichkeiten schöpfen, mit der das auf den Mathematica-Schöpfer Steven Wolfram zurückgehende Projekt aufwartet. Darüber dürfen sich etwa Schüler freuen, die Kurvenberechnungen durchführen müssen.

Für Durchschnittsuser interessanter dürfte sein, dass die Microsoft-Suche nun dank der Wissensdatenbank direkt Informationen wie Nährwerttabellen zu unterschiedlichen Lebensmitteln ausgeben kann. Auch setzt Bing auf den neuen Partner, um direkt in der Suche Zugang zu einem Body-Mass-Index-Rechner zu bieten. Derart will man laut Bing-Blog nicht zuletzt jene 90 Mio. Amerikaner unterstützen, die pro Jahr eine Diät machen.

Lokaler Kampf im globalen Markt

Für Bing kämen neue Nutzermagneten gerade recht. Denn nach einem relativ guten Start lag die neue Microsoft-Suche in den USA diversen Marktbeobachtern zufolge im August bei annähernd oder sogar, etwa laut Nielsen, über zehn Prozent Marktanteil. Doch der Elan scheint verfolgen. Bei StatCounter GlobalStats liegt das bisherige Monatsmittel für November mit 7,4 Prozent US-Marktanteil um mehr als 2,2 Prozent unter der August-Marke.

Global kommt Bing freilich gar nicht erst in die Gänge. Das mag damit zusammenhängen, dass die aktuellste Neuerung ebenso wie Features wie die visuelle Suche zunächst nur auf dem US-Markt umgesetzt wird. Da ist es kaum verwunderlich, dass Bing beispielsweise bei Net Applications Hitslink mit einem globalen Marktanteil im Drei-Prozent-Bereich geführt wird - vergleichbar eher mit der chinesischen Suchmaschine Baidu als mit dem internationalen Platzhirsch Google. (pte)

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