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Google will etwas mehr Infos preisgeben

23.05.2008 | 16:08 Uhr |

Google hütet seine Suchalgorithmen wie einen guten Schatz. Kein Wunder, denn schließlich verdient Google damit sein Geld. In Zukunft will sich Google in dieser Hinsicht aber zumindest etwas offener präsentieren.

Udi Manber, Googles Vice President of Engineering, erklärt im offiziellen Google Blog , dass er nach und nach weitere Informationen über die von Google genutzten Suchalgorithmen preisgeben wird. Zu diesem Thema will er eine Reihe von Blog-Einträgen verfassen und somit der Öffentlichkeit die Gelegenheit geben, die Google-Suchmaschine besser zu verstehen. Allzu viel Offenheit darf allerdings nicht erwartet werden, denn immerhin liest die Konkurrenz mit und Website-Betreiber könnten versuchen, die Suchalgorithmen von Google auszutricksen, wenn sie zu viele Dinge darüber wissen.

"Die Details zu unseren Ranking-Algorithmen sind auf viele Arten Googles Kronjuwelen. Wir sind sehr stolz auf sie und beschützen sie auch. Aber eine komplette Geheimnistuerei ist nicht ideal", schreibt Manber.

Als wichtigsten Ranking-Algorithmen bezeichnet Manber den von den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin entwickelten PageRank. Manber weist aber auch darauf hin, dass PageRank zwar weiterhin verwendet werde, aber nur ein Teil eines viel größeren Systems sei. Bei Google seien unterschiedliche Modelle im Einsatz.

Dazu würden Sprachmodelle, Abfragemodelle, Zeitmodelle und personalisierte Modelle zählen. Bei den Zeitmodellen nennt Manber als Beispiel Suchabfragen, bei denen entschieden wird, ob für die Suchergebnisse Seiten eine bessere Rolle spielen, die erst kürzlich ins Internet gestellt wurden oder schon länger im Internet verfügbar sind. Die personalisierten Modelle entscheiden in Abhängigkeit von dem Suchenden, welche Suchergebnisse für ihn relevant sein könnten.

Der Analyst Robert Enderle bezeichnet den Plan von Google, mehr Offenheit bezüglich seiner Algorithmen zu zeigen, als Reaktion auf drohende Image-Probleme. Gegenüber unserer US-Schwesterpublikation Computerworld verwies Enderle darauf, dass Google immer mehr dem Unternehmen Microsoft ähnle, obwohl es sich selbst zunächst als Unternehmen positioniert habe, dass gegen Microsoft ist.

"Auf vielen Arten ist Google proprietärer geworden als es Microsoft ist und hat dabei Open-Source-Software genutzt, um dorthin zu gelangen. Anders als Microsoft, das proprietär gestartet ist und nun nach und nach seine Sachen öffnet, ist Google mit offenen Sachen gestartet, hat sie in proprietär geändert und damit Geld verdient", so Enderle und weiter: "Ich glaube Google fängt an, die Hitze zu fühlen, nachdem die Menschen anfangen, genauer auf Google achten."

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