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SuSE Linux kontert Microsoft-Attacke

11.05.2001 | 17:13 Uhr |

Das "White Paper", in dem Microsoft vom Einsatz von Linux abrät, erregte erwartungsgemäß den Unmut der Linux-Gemeinde. Heute hat Microsoft reagiert und den umstrittenen Artikel von seiner deutschsprachigen Website entfernt. Nun holt SuSE zum Gegenschlag aus und versucht, die Vorwürfe von Microsoft zu widerlegen.

Das "White Paper", in dem Microsoft vom Einsatz von Linux abrät, erregte erwartungsgemäß den Unmut der Linux-Gemeinde. Heute hat Microsoft reagiert und den umstrittenen Artikel von seiner deutschsprachigen Website entfernt. Nun holt SuSE zum Gegenschlag aus und versucht, die Vorwürfe von Microsoft zu widerlegen.

Christian Egle, Pressesprecher von SuSE, gab der PC-WELT eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Redmonder Softwareschmiede

Der Vorwurf von Microsoft, Gerätetreiber für Linux seien nur vereinzelt verfügbar, wird von SuSE zurückgewiesen. Entsprechend der gestiegenen Marktrelevanz von Linux würden die meisten Hardwarehersteller neue Treiber für Windows ebenso wie für SuSE Linux zur Verfügung stellen.

Microsoft sieht in der Vielfalt an Linux-Distributionen und dem dadurch fehlenden Standard eine Schwäche von Linux. Die Dachorganisation Free Standards Group unter anderem mit Caldera, Corel, Debian, Red Hat, SuSE, Turbolinux, IBM, SAP, SGI und Sun wurde jedoch ins Leben gerufen, um die Kompatibilität der einzelnen Linux-Distributionen untereinander zu gewährleisten.

Zudem gebe es für Linux eine große Zahl an professionellen Lösungen, zum Beispiel von Oracle, IBM DB2, Informix, Sybase, ADABAS D und Lotus Domino. Selbst so komplexe ERP- Lösungen wie my.SAP.com und Oracle Apps würden auf Linux angeboten.

Linux sei - wie schon 1998 und 1999 - auch im Jahr 2000 das am schnellsten wachsende Server-Betriebssystem. Nach aktuellen Zahlen der International Data Corporation (IDC) entfielen 27 Prozent aller Server-Betriebssysteme weltweit auf Linux; Windows führt noch mit einem Marktanteil von 41 Prozent.

Auf besonders heftigen Widerstand stieß der Vorwurf von Microsoft, Linux sei nicht sicher genug. Wie die kürzlich auf PC-WELT vorgestellte Emnid-Studie beweist, sehen die Anwender das anders. SuSE zufolge würde auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) diese Ansicht unterstützen und empfiehlt deshalb Unternehmen Open Source-Software, um ihre IT-Infrastruktur sicherer zu machen.

"Wie die Hufschmiede, die versuchen, den Siegeszug des Automobils aufzuhalten", kommentiert Roland Dyroff, Vorstandsvorsitzender der SuSE Linux AG, diesen neuesten Versuch der Softwareschmiede Microsoft, sich gegen die weitere Verbreitung des freien Betriebssystems Linux zu stemmen.

Microsoft lästert - nicht mehr - über Linux

Die Diskussion dieses Papers unter Linux-Freaks

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