Studie

Filesharer kaufen 30 Prozent mehr Musik als "legale" Hörer

Mittwoch den 17.10.2012 um 05:32 Uhr

von Michael Söldner

© bittorrent.com
Lange wurden Software-Piraten als Totengräber der Musikindustrie bezeichnet. Eine neue Studie bescheinigt den Filesharern nun jedoch ein erhöhtes Interesse an bezahlter Musik.
Seit Jahren wehrt sich die Musikindustrie gegen Tauschbörsen, in denen unter anderem auch MP3-Dateien zum kostenlosen Download angeboten werden. Betreiber und Nutzer wurden tausendfach abgemahnt und für die sinkenden Umsätze der Branche verantwortlich gemacht. Eine neue Studie namens Copy Culture Survey fordert nun jedoch zutage, dass Software-Piraten letztlich die besten Kunden der Musikindustrie sein sollen.

Nutzer von Tauschbörsen kaufen demnach im Durchschnitt 30 Prozent häufiger legale Musik im Internet ein als ehrliche Internet-Anwender. Zudem enthüllt die Studie, dass Verbreitung von MP3-Dateien außerhalb des Internets deutlich höher ausfällt als in den zahlreichen Peer-to-Peer-Angeboten .

Software-Piraten verfügen häufig über eine riesige Musiksammlung. Daher ist es wenig überraschend, dass es sich bei diesen Nutzern um leidenschaftliche Musikfans handelt. Doch nicht nur illegal erworbene Dateien gehören zur digitalen Plattensammlung, auch das Interesse an käuflicher Musik fällt sehr hoch aus.



Als Grundlage für die Studie dienten mehrere tausend Telefonumfragen in den USA.

Mittwoch den 17.10.2012 um 05:32 Uhr

von Michael Söldner

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • kalweit 09:31 | 18.10.2012

    Zitat: chrissyx
    Vielleicht macht jemand mal das Licht an?


    In unserer Gesellschaft wollen alle alles für lau. Nur, wenn niemand mehr etwas zahlen mag, wird auch die eigene Arbeit irgend wann nicht mehr vergütet. Im konkreten Fall: Es gibt Fernsehn, Radio und Bibliotheken - da kann jeder problemlos an der "kulturellen Entwicklung" (ggf. sogar kostenlos) teilnehmen.

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  • chrissyx 09:18 | 18.10.2012

    Ich kann es nicht mehr hören ...

    Leider totaler Unfug, einer derartigen Studie zu glauben. Die Aussage der Studie sagt nichts darüber aus, inwieweit Schaden für vor allem kleine Bands entsteht. Das wird in der Diskussion immer vergessen.
    Es gab schon eine derartige Studie und die wurde auch zur Pseudolegitimierung der Allgemeingutthese gerne herangezogen.
    Genau in dieser Studie stand aber auch, dass die kleiner und mittleren Bands keinen Vorteil haben.
    Diese können sich nicht mehr finanzieren, wenn im Übermaß geshared wird.
    Vielleicht macht jemand mal das Licht an?

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  • kazhar 22:47 | 17.10.2012

    Zitat: Till Wollheim
    Denn schlicht und einfach steht jeder Schuld ein Guthaben ggü.!

    sollte man denken...

    gerade im finanz/börsen sektor entsteht ständig geld "aus dem nichts". das nennt sich spekulation.

    als einfaches beispiel nehmen wir mal facebook (wenn die nicht schon ganz am anfang auf die nase gefallen wären. geht aber mit so ziemlich jeder firma ähnlich):

    die haben (bzw hatten anfangs beim börsengang) einen buchwert von [b]104 milliarden[/b] dollar.
    mit diesem (mehr oder weniger frei ausverhandelten!) wert wird gerechnet: ein wachstum der nutzerzahlen um 1% würde schonmal locker flockig den firmenwert um über 1 milliarde erhöhen.
    wohl gemerkt: ohne jeden realen gegenwert! da steckt nix dahinter - keine maschine, keine immobilie, kein knowhow - nur zahlen in der buchhaltung.
    aber der wert scheint in der bilanz auf, fließt in bewertungen ein und ist letztendlich - über den im leitindex - teil der wirtschaftsleistung.

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  • Till Wollheim 20:57 | 17.10.2012

    Interessen Gruppen - und Macht

    Ich kann es nicht mehr hören diese wohlfeile Lüge, daß Musikpiraterie Schaden verzursachte! Gesamtgesellschaftlich gesehen, ist unsere ganze Gesellschaft ein geschlossenes System. Da entweicht nichts! Deshalb ist das Gejammere über die Schieflage der öffentliochen Finanzen, Banken und was immer stets nur die halbe Wahrheit! Denn schlicht und einfach steht jeder Schuld ein Guthaben ggü.!
    Und genauso ähnlich ist es auch mit dem was die Menschen sich kaufen können. Wenn die Energiepreise, die öffentlichen Abgaben und was sonst noch so ... stetig steigen, ist doch klar, daß vom Kuchen weniger für die Musikindustrie übrig bleibt.
    Wer da also Files shared ist nicht ein untreuer >Kunde sondern ein Nicht-Kunde! Entweder geshared oder gar nicht. Das würde aber bedeuten, daß Millionen - insb. aus den ärmeren Schichten von der technisch- kulturellen entwicklung abgeschnitten wären! Daher wird für Leute mit Durchblick klar, daß diese entwicklung wir wir sie jetzt haben zwangsläugig und nötig ist und die wahren Wegelagerer sind die Abmahnanwälte und gewisse Rechteinhaber, die sich für ihre Phantasielosgkeit bei den Abmahnopfern schadlos halten. Im Gegenteil, aus der Verfassung (Art. 14 II GG) ergibt sich, daß ein gewisser Prozentsatz des Wissens und Kultur der Welt kostenlos und leicht der Bevölkerung zugänglich zu machen ist! Genau das wird erfüllt durch freiwillige Anständige wie Wikipedia und andere Raffzähne müssen halt zu ihrer Pflicht angehalten werden: man nennt es Piraterie - ist aber wie gesehen völlig legal! Was Du ? hoffnungsloser Fall!!! Aus Dir wird wohl mal ein Abmahnanwalt !
    Till

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