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USA haben genügend Technik-Nachwuchs

07.11.2007 | 10:55 Uhr |

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA hört man die stete Klage von Wirtschaftsbossen und Politikern, dass sich die Jugend zu wenig für Mathematik, Technik und Naturwissenschaften interessieren würde und dass sie in diesen Disziplinen nicht mit dem Nachwuchs aus anderen Staaten mithalten könnten. Eine neue US-Studie widerspricht dem allerdings.

Trifft die Untersuchung der Georgetown University und des Urban Instituts zu, so ist der Nachwuchs der Vereinigten Staaten besser auf den Wettbewerb mit Nachwuchstechnikern aus anderen Staaten vorbereitet als es vielfach behauptet wird. Außerdem bilden demnach die USA durchaus genügend Mathematiker, Naturwissenschaftler und Techniker aus. In den letzten Jahren sei das Interesse an technischen Fächern deutlich gestiegen.

So hätten im Jahr 1990 nur 45 Prozent der High School-Schüler Chemie belegt, 2004 waren bereits 60 Prozent. Beim Fach Mathematik stieg die Zahl der Schüler, die dieses Fach mindestens drei Jahre belegen, von 49 Prozent im Jahr 1990 auf 72 Prozent im Jahr 2004. Sogar vier Jahre lang belegten 50 Prozent der High School-Schüler Mathematik, 1990 waren es nur 29 Prozent. Zur Zeit würden in den USA zirka 4,8 Millionen Menschen in technischen Wissenschaften und im Ingenieurwesen unmittelbar arbeiten.

Allerdings warnen die Macher der Studie davor, solche Zahlen überzubewerten. Selbst wenn der Anteil der mathematisch-technisch gut ausgebildeten Schüler niedrig sei, würde das keineswegs bedeuten, dass das betreffende Land automatisch ins Hintertreffen geraten würde. Als Paradebeispiel für diese These wird Indien genannt.

Indien habe demnach eine Analphabetenrate von 39 Prozent. Die Zahl der Schüler, die eine Ausbildungseinrichtung vergleichbar einer US-Highschool besuchen, läge unter 50 Prozent. Trotzdem boomt die Wirtschaft auf dem Subkontinent, Indien hat sich zum Paradies für Software-Entwicklung und IT-Outsourcing entwickelt. Diesen Erfolg würde Indien aber nur einem ganz kleinen Teil seiner Bevölkerung verdanken.

Die Studien-Macher folgern daraus, wie wenig aussagekräftig es also sei, nur den Bevölkerungsanteil der mathematisch-technisch interessierten Personen als Vergleichsmaßstab für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und die Zukunftsfähigkeit eines Landes heranzuziehen.

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