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eBooks werden langsamer gelesen als gedruckte Bücher

06.07.2010 | 10:31 Uhr |

Eine Studie hat ergeben, dass das Lesen eines eBooks länger dauert, als das Lesen desselben Inhalts auf Papier.

Die Nielsen Norman Group, die Unternehmen bei der Entwicklung von Produkten berät, hat in einer Studie herausgefunden, dass die Testpersonen länger benötigten ein eBook zu lesen, als ein herkömmliches Buch auf Papier. Verglichen wurde die Lesegeschwindigkeit desselben Inhalts auf einem Kindle 2, einem iPad mit iBook-Applikation, auf einem PC-Display und in einem Buch mit Papier-Seiten.

Die Studie ergab, dass es das Lesen auf dem elektronischen Tablet rund 10,7 Prozent langsamer war, als das Lesen in dem Buch mit den Papier-Seiten. In derselben Studie fanden die Forscher allerdings auch heraus, dass die Testpersonen lieber einen Text auf einem Tablet-Gerät als in einem Buch lesen, obwohl das länger dauert. Nahezu alle Testpersonen gaben auch an, den PC-Monitor zum Lesen längerer Texte überhaupt nicht zu mögen.

Für die Studie mussten die 24 Teilnehmer auf allen vier Plattformen unterschiedliche Kurzgeschichten von Ernest Hemingway lesen. Dabei wurde die Lesegeschwindigkeit gemessen. Im Schnitt dauerte das Lesen einer Kurzgeschichte über alle Plattformen hinweg betrachtet um die 17 Minuten und 20 Sekunden.

Am Schnellsten lasen die Probanden das gedruckte Buch. Die Lesegeschwindigkeit war 6,2 Prozent langsamer beim Lesen auf einem iPad und 10,7 Prozent langsamer beim Lesen auf einem Kindle2. Nielsen weist aber auch darauf hin, dass der Unterschied zwischen der Lesegeschwindigkeit auf einem iPad und einem Kindle2 nicht statistisch relevant sei und daher eine Kaufentscheidung nicht von der Lesegeschwindigkeit abhängig gemacht werden könne.

Außerdem wurden die Testpersonen aufgefordert, die jeweilige Plattform mit 1 bis 7 Punkten zu bewerten. Das iPad, Kindle 2 und gedruckte Buch wurden mit 5,8, 5,7 und 5,6 Punkten nahezu gleich bewertet. Der PC-Monitor erhielt dagegen nur eine Wertung von 3,6 Punkten. Die Tester gaben an, dass das Lesen auf einem PC-Monitor sich zu sehr danach anfühle, bei der Arbeit zu sein. Dagegen sei das Lesen eines gedruckten Buches oder auf einem dafür gedachten elektronischen Gerät entspannter.

Die Studie lässt aber auch einige Fragen offen. So machen die Forscher keinerlei Angaben darüber, wie hoch die Lesegeschwindigkeit bei dem PC-Monitor lag. Außerdem wäre es auch interessant gewesen zu erfahren, wie hoch die Lesegeschwindigkeit bei einem Laptop-Monitor liegt. Letztendlich stellt sich auch die Frage, ob bei der Lesegeschwindigkeit auch das Alter der Tester einer Rolle spielt. Es könnte beispielsweise sein, dass jüngere Personen sich eher an das Lesen von Inhalten auf elektronischen Geräten gewöhnt haben, als ältere Testpersonen, die eher gedruckte Bücher gewohnt sind.

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