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Wissenschaftler untersuchen Glücksmomente beim Spielen

22.06.2008 | 14:43 Uhr |

Die Frage, warum beim Spielen von Computer- und Videogames ein Glücksgefühl entsteht, ist für Medienwissenschaftler ein komplexes Thema. Neue Erkenntnisse konnte das internationale Forschungsprojekt Fun of Gaming (FUGA) am Institut für Wissens- und Innovationsforschung der Helsinki School of Economics in Finnland gewinnen.

Ziel der 2006 gegründeten FUGA-Initiative ist es, das Glücksmoment beim Spielen empirisch zu erfassen. Dafür setzt das Forscherteam Techniken ein, mit denen Herzschlag, Gehirnaktivität und Muskelspannung der Spieler gemessen werden. Anhand der Messwerte konnte nachgewiesen werden, dass durch die erfolgreiche Lösung einer Aufgabe im Spiel, ein Glücksgefühl entsteht.

„Ein heranstürmender Gegner bedeutet zunächst negative Anspannung. Diese löst sich im Erfolgsfall in Euphorie und Kompetenzerleben auf“, erklärt der Mainzer Medienwissenschaftler Christoph Klimmt. Während einer Spannungsphase durchläuft der Spieler, laut Klimmt, eine gesteigerte Adrenalin-Produktion. Bei einem Sieg über den virtuellen Gegner löst sich die negative Spannung auf, wobei der Adrenalinspiegel erhöht bleibt und ein Glücksgefühl entsteht.

Die FUGA kam außerdem zu dem Ergebnis, dass PC- und Videospiele stärkere Glücksgefühle erzeugen als das Fernsehen. In einem Spiel wird der Rezipient selbst zum Protagonisten und erlebt so die damit verbundenen Emotionen intensiver. „Je realistischer das Erlebnis, desto größer ist auch der Spaß“, so Klimmt. Die Reaktionen der Spieler werden in den Experimenten unter anderem anhand des PC-Spiels Half Life 2 gemessen.

Weitere Informationen zur FUGA-Studie finden sich in der aktuellen Ausgabe des EA-Magazins von Publisher Electronic Arts sowie ab 30. Juni im Internet unter ea-play.de .

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