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Wikipedia-Texte für Laien immer schwerer zu verstehen

07.12.2012 | 05:32 Uhr |

Laut einer aktuellen Studie sind die Texte von Wikipedia inzwischen schwerer zu verstehen, als die Definitionen der Encyclopedia Britannica.

Das Online-Lexikon Wikipedia scheint neben dem Autoren-Schwund auch noch mit einem anderen Problem zu kämpfen – der Text-Verständlichkeit. Der Informations-Wissenschaftler Adam Jatowt von der Universität Kyoto und Katsumi Tanaka von der Japan Science and Technology Agency haben die Texte der Internet-Ezyklopädie im Rahmen ihrer aktuellen Studie genau unter die Lupe genommen.

Dafür haben die beiden Experten Artikel und Definitionen zu bestimmten Themen von Wikipedia und dem gedruckten Referenz-Werk, der Encyclopedia Britannica, gegenübergestellt. Das Ergebnis: In vielen Bereichen lässt die Lesbarkeit und Verständlichkeit von Wikipedia-Texten zu wünschen übrig. Die Encyclopedia Britannica habe hier die Nase vorn.

Für die Überprüfung haben Jatowt und Tanaka Kriterien wie die Satzlänge oder die Häufigkeit von Fremdwörtern zu Rate gezogen. Bei Wikipedia kommen den Ergebnissen zufolge häufig lange Sätze sowie Fremdwörter zum Einsatz, was die Lesbarkeit der Texte für Laien negativ beeinflusst.

Der Grund sei Offensichtlich. Artikel zu schwierigen Themen werden bei Wikipedia von Experten verfasst, die Genauigkeit über Lesbarkeit stellen. Später werden diese Texte von anderen Experten editiert und erweitert, bei denen die Genauigkeit ebenfalls an erster Stelle steht. So kann es vorkommen, dass ein Eintrag zu einem bestimmten Thema mit der Zeit immer schwerer lesbar wird. Eine Überarbeitung der Wikipedia-Richtlinien, die mehr Wert auf Verständlichkeit legen sollten, könnte laut den Wissenschaftlern Abhilfe schaffen.

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