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Studie: WiMax-Funkstandard wird DSL überholen

04.04.2006 | 17:33 Uhr |

Der Markt für regionale Datenübertragung wird sich in den kommenden zwei Jahren zu Gunsten des neuen WiMax-Funkstandards verändern, damit rechnen zumindest die Analysten von Steria Mummert Consulting. Übertragungsraten von 100 Mbit/s und eine Reichweite von 50 Kilometer werden in ländlichen Regionen, in denen derzeit keine wirtschaftliche Breitbandversorgung möglich ist, eine hohe Nachfragen finden. Bis 2009 wird das Marktvolumen dieser Technik auf drei Milliarden Euro geschätzt. Doch nach Ansicht der Experten werden die bestehenden UMTS-Netze dabei von WiMax ergänzt und nicht verdrängt, meint Joerg Forthmann, Pressesprecher von Steria Mummert Consulting.





Zwar liegt die Gesamtauslastung des UMTS-Netzes nur bei zehn Prozent, jedoch kommt es in Gebieten mit hohen Nutzerzahlen regelmäßig zu Kapazitätsengpässen. In diesen Zonen könnte ein einziger WiMax-Sendemast demnach für eine Entlastung von rund 1.000 Nutzern sorgen. Derzeit wird an einem Pilotprojekt in Düsseldorf gearbeitet. Bereits in wenigen Wochen soll die neue regionale Funkstruktur fertig ausgebaut sein und Touristen bei der Fussballweltmeisterschaft einen mobilen Stadtführer bieten. Außerdem wird der Polizei und Feuerwehr erstmals ermöglicht, Filmsequenzen während eines Einsatzes an die Zentrale zu übertragen, um den Einsatz besser koordinieren zu können.

Ob sich UMTS tatsächlich gegen WiMax behaupten kann ist fragwürdig. Zumindest die Netzbetreiber werden ein gesteigertes Interesse daran haben, ihre Netze noch möglicht lang am Markt zu halten und mögliche Konkurrenzprodukte zu bekämpfen. Schließlich hatten die Anbieter erst im Sommer 2000 für knapp 50 Milliarden Euro Lizenzen für die UMTS-Frequenzen erworben, dieses Geld muss langfristig wieder eingenommen werden.

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