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Studie: Werbung in Spielen wird kaum wahrgenommen

22.12.2006 | 14:14 Uhr |

Spielehersteller und Werbetreibende setzen derzeit massiv auf die Integration von Werbung in Videospielen. Denn die begehrte Zielgruppe der jungen Erwachsenen verbringt immer weniger Zeit vor dem TV oder mit Zeitschriften und immer mehr Zeit mit Spielen. Doch ob Werbung in Spielen effektiv ist, darf bezweifelt werden - zumindest, wenn man die Ergebnisse einer Studie der Verhaltenforscher von Bunnyfoot heranzieht.

Werbung in Spielen war eines der großen Themen bei Herstellern und Werbetreibenden in diesem Jahr. Mit Millionenaufwand sollen Spieler künftig auch beim Zocken bekannte Markennamen entgegen springen, was etwa bei Sporttiteln (Bandenwerbung beim Fußball, etc.) durchaus Sinn macht und den Realitätsgrad der Titel erhöhen kann. Doch offenbar lässt Werbung in Spielen die eigentliche Zielgruppe der Spieler nahezu vollkommen kalt. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Bunnyfoot . Das englische Unternehmen hat dabei unter anderem mit Hilfe von Eye-Tracking-Verfahren die Aufmerksamkeit gemessen, die Werbung in Spieletiteln von den Anwendern erfahren hat.

An der Untersuchung haben laut Bunnyfoot 120 erwachsene Personen teilgenommen. Anhand der jeweiligen Genre-Vorlieben und der Spieleerfahrung wurde den Teilnehmern einer von acht Sport-/Racing-Titel zugewiesen. Zum Testfeld gehörten unter anderem Gran Turismo 3, NBA Live und Project Gotham Racing 3. Danach wurde der so genannte Sponsor Fixation Index (SFI) gemessen, also die Aufmerksamkeit, die eine Werbung während des Spielens auf sich ziehen konnte.

Die Resultate waren durch die Bank ernüchternd, der SFI erreichte im Schnitt nur unterdurchschnittliche Werte, so Bunnyfoot. Die höchste Aufmerksamkeit wurde noch bei NBA Live und Smackdown vs. Raw gemessen, während bei Project Gotham Racing der SFI bei 0 Prozent lag - und zwar bei allen Teilnehmern, die diesen Titel gespielt haben. Darüber hinaus konnten sich die Teilnehmer durchweg kaum an die jeweiligen Werbeinhalte erinnern.

Bunnyfoot kommt daher zu dem Ergebnis, dass die bisherige Vorgehensweise, Werbung in Spiele zu integrieren, nur unzureichende Ergebnisse liefert und die Zielgruppe kaum oder überhaupt nicht beeinflusst.

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