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Webnutzung fördert Schreibfertigkeiten von Kindern

05.12.2009 | 15:02 Uhr |

Kinder und Jugendliche, die ausgiebig moderne Kommunikationstechnologien im Internet nutzen, weisen bessere Schreibfertigkeiten auf als Web-Verweigerer. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der unabhängigen britischen Charity-Organisation National Literacy Trust, die das Online-Nutzungsverhalten von insgesamt 3.001 Kindern im Alter zwischen neun und 16 Jahren genauer unter die Lupe genommen hat. Demnach hat die aktive Beteiligung an sozialen Netzwerken, Instant-Messaging-Diensten, Online-Chats oder Blogs klar positive Effekte auf Heranwachsende.

"Schreibfertigkeiten sind weitaus mehr als eine bloße Erziehungsangelegenheit, sondern vielmehr eine grundlegende Fähigkeit, die den Menschen erst eine volle Beteiligung an der modernen Gesellschaft ermöglicht", heißt es in dem vorgelegten Bericht . Durch den Siegeszug von Handy und Internet habe sich das Umfeld, in dem die Jugend heute derartige "Skills" erlernt, grundlegend verändert.

"Unsere Forschungsergebnisse legen ein starkes Korrelationsverhältnis zwischen Kindern, die moderne Kommunikationstechnologien nutzen und einem weiter gefassten Verhaltensmuster in Bezug auf Schreib- und Lesefertigkeiten nahe", erklärt Jonathan Douglas, Director des Natioan Literacy Trust , gegenüber BBC News. Die diesem Zusammenhang zu Grunde liegende Formel sei dabei recht einfach. "Je mehr verschiedene Kommunikationsformen genutzt werden, desto besser sind die entsprechenden Fähigkeiten der Kinder", erläutert Douglas.

"Dem kommunikativen Engagement im Web kommt in einer Gesellschaft, in der die Wirklichkeitsvermittlung vorwiegend über Medien erfolgt, eine zunehmend wichtigere Rolle zu. Was den Umgang der Jugend mit den modernen Technologien betrifft, beschränkt sich die ältere Generation aber allzu oft auf die Darstellung der Negativaspekte, während die sicherlich vielfach positiven Effekte eher unter den Teppich gekehrt werden", stellt Bernhard Jungwirth, Projektkoordinator bei Saferinternet.at , gegenüber pressetext fest.

Natürlich sei die Webnutzung bei Kindern und Jugendlichen prinzipiell mit einigen Gefahren und Risiken verbunden. "Erwachsene sind dabei vor allem gefordert, die Jugend beim Erwerb von Medienkompetenz zu unterstützen, anstatt eigene Unsicherheiten auf die Neuen Medien zu projizieren. Die Geschichte hat aber bereits des Öfteren bewiesen, dass sich die anfängliche Skepsis, mit der Neuen Medien begegnet wird, nach einer Umbruchphase wieder abnimmt", so Jungwirth abschließend.

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