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Vistas größtes Problem ist Windows XP

15.11.2007 | 12:33 Uhr |

Microsofts größte Sorge um Windows Vista sollten nicht die Konkurrenzbetriebssysteme von Apple oder Linux sein, denn der Wettkampf um Kunden findet momentan im eigenen Haus statt. Dies bestätigt nun eine Studie.

Laut einer Studie von Forrester Research benutzten 84 Prozent der befragten 600 Firmen aus Amerika und Europa, die mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigen, Windows XP. Im vergangenen Jahr waren es dagegen mit 67 Prozent weit weniger. Die Anzahl der Unternehmen, die Windows XP nutzen, ist also gestiegen, obwohl der Nachfolger in der Zwischenzeit erschienen ist.

Der Analyst Benjamin Gray beschäftigt sich schon länger mit diesem Thema und weiß, warum die Unternehmen den Wechsel zu Windows Vista scheuen: "Das Betriebssystem Windows XP hat sich einfach als sehr erfolgreich erwiesen." Ganz nach dem Motto "Never change a running System", setzen die Unternehmen deshalb auch noch ein Jahr nach dem Start von Windows Vista lieber auf den Vorgänger XP.

"Viele Unternehmen warten auf das Service Pack 3 für Windows XP", sagt Gray. Das nächste Service Pack von Microsoft ist im ersten Quartal 2008 geplant und wird vorraussichtlich das letzte Service Pack für XP sein.

Nur 32 Prozent der Unternehmen haben bestätigt, dass sie planen Ende 2008 auf Windows Vista umzusteigen. Solange wollen sie weiterhin auf das sechs Jahre alte Windows XP setzen. 17 Prozent planen den Wechsel auf Vista im Jahr 2009 oder 2010.

"Vistas größte Konkurrenz ist nicht Apple , Novell oder Red Hat , sondern Microsoft selbst, mit Windows XP", sagt Gray. Microsoft könnte aufgrund der weiterhin großen Beliebtheit von Windows XP gezwungen sein, den Mainstream-Support für Windows XP nicht im April 2009 auslaufen zu lassen, sondern zu verlängern. Wenn nicht von sich selbst aus, so Gray, dann könnten große Kunden einen entsprechenden Druck auf Microsoft ausüben.

Mehr als die Hälfte aller Unternehmen bleiben laut der Studie gegenüber Vista skeptisch. "Im Mai 2006 haben etwa 40 Prozent aller Firmen behauptet, Vista nach dem ersten Jahr des Erscheinens zu nutzen, nur 7 Prozent haben es auch wirklich gemacht", sagt Gray.

Nicht zuletzt die hohen Marktpreise für PCs und Arbeitsspeicher sowie die Inkompatibilität von Software haben die Unternehmen zurückrudern lassen. Trotzdem ist Gray davon überzeugt, dass Microsoft auch in nächster Zeit den Markt bestimmen wird. Seiner Meinung nach werden die Unternehmen früher oder später den Schritt Richtung Vista wagen.

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