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Studie: Unternehmensanwender unterschätzen die Risiken

28.06.2007 | 17:11 Uhr |

In einer Umfrage hat ein Antivirus-Hersteller das Sicherheitsbewusstsein von Unternehmensanwendern untersucht. Die subjektive Wahrnehmung von Gefahren entspricht demnach nicht den tatsächlichen Risiken.

Der Antivirus-Hersteller Trend Micro hat kürzlich 1200 Anwender aus Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Japan und den USA zu ihren Erfahrungen mit der IT-Sicherheit befragt. Bereits im Jahr 2005 wurde eine ähnliche Studie durchgeführt. Den Ergebnissen beider Umfragen stellt Trend Micro die eigenen Beobachtungen der tatsächlichen Bedrohungslage gegenüber. Dabei zeigt sich, dass die meisten Anwender die Risiken weniger hoch einschätzen als sie wirklich sind.

Während Anwender in Großbritannien die aktuelle Lage als weniger gefährlich einstufen als noch im Jahr 2005, ist das bei deutschen Unternehmensanwendern gerade umgekehrt. Dass die Deutschen damit besser liegen als die Briten, zeigen die Erkenntnisse der Sicherheitsforscher von Trend Micro. Demnach sind die Risiken in der digitalen Welt im Laufe des Jahres 2006 um 163 Prozent gestiegen. Bei Web-Angriffen ist der Zuwachs mit 540 Prozent sogar noch weitaus höher.

Die besondere Aufmerksamkeit der Anwender gilt Viren, Spyware und Spam. So hat das Risikobewusstsein für Spyware in Japan von 76 Prozent im Jahr 2005 auf heute 93 Prozent zugenommen. Dem gegenüber haben in diesem in allen Ländern weniger Anwender angegeben von Spyware betroffen gewesen zu sein als 2005. Die Ursache der verringerten Wahrnehmung sehen die Forscher von Trend Micro in der gestiegenen Komplexität und Raffinesse der Angriffe. Anwender könnten heutige Malware-Verseuchungen ihrer Rechner schwerer erkennen als noch vor zwei Jahren.

Ein interessantes Ergebnis der jüngsten Umfrage ist auch, dass von den Befragten, die schon einmal Opfer von Spyware oder Phishing geworden sind, fast die Hälfte glauben, ihre IT-Abteilung hätte die Vorfälle verhindern können. Anwender verlassen sich möglicherweise zu sehr darauf, dass die Sicherheitsfachleute im Unternehmen sie schon schützen werden - und sind daher allzu sorglos im Umgang mit Spam und verdeckten Web-Angriffen.

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