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Skepsis gegenüber Desktop-Services hält an

13.12.2007 | 10:55 Uhr |

Trotz der hohen Kosten für das interne Desktop-Management schrecken in Kontinentaleuropa viele CIOs vor einem Outsourcing zurück.

Angst vor Veränderungen ist die größte Hemmschwelle beim Auslagern des Desktop-Managements. Das hat eine europaweite Umfrage der britischen Firma Loewy im Auftrag von Fujitsu Services ergeben. So befürchten 33 Prozent der insgesamt 700 befragten CIOs aus Unternehmen verschiedener Größen und Branchen, durch das Outsourcing die Kontrolle über die IT zu verlieren. Weitere 26 Prozent halten Sorgen über den Verlust von Mitarbeitern vom Auslagern ab. Damit sprachen sich insgesamt 59 Prozent der Befragten gegen das Auslagern des Desktop-Managements aus. Die Outsourcing-Befürworter – vorrangig CIOs britischer Firmen - nannten als Gründe zu 33 Prozent die Entlastung von Mitarbeitern und zu 26 Prozent die Arbeitserleichterung bei der Administration.

Nach Ansicht von Jörn Feuerabend, Consultant bei Fujitsu Services, zeigt die Studie, dass paneuropäischen Firmen über die Vorteile extern erbrachter Desktop-Services – mehr Effizienz in der IT-Abteilung, mehr Zeit für strategische IT-Projekte und letztlich geringere Kosten - noch nicht ausreichend informiert seien. Für Thomas Reuner, Berater beim Marktforschungsinstitut IDC, sind die Vorbehalte in Kontinentaleuropa in erster Linie kulturell bedingt. Anstatt die möglichen Vorteile des Outsourcings rational zu analysieren, ließen sich nach wie vor viele Manager von der Angst vor Kontrollverlust leiten.

Auf der anderen Seite beklagen CIOs die hohen Kosten des Desktop-Managements : Bei 53 Prozent der Befragten verschlingt dieser Posten 20 bis 50 Prozent des gesamten IT-Budgets, bei 20 Prozent machen sie sogar 40 bis 50 Prozent der IT-Ausgaben aus. Vor allem der deutsche Einzelhandel beklagt sich über hohe Kosten: Hier gab eder zehnte Befragte an, mehr als 80 Prozent für das Desktop-Management aufzuwenden. Im hiesigen Finanzsektor frisst diese Aufgabe 60 bis 70 Prozent des IT-Budgets auf. Und in der Fertigungsindustrie sind es laut Umfrage 50 bis 70 Prozent.

Eine Ursache für die hohen Kosten ist der Zeitaufwand : 37 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihre Teams mehr als 50 Prozent ihrer gesamten Arbeitszeit auf die Desktop-Verwaltung verwenden. Dem auf Desktop-Management-Services spezialisierten IT-Dienstleister zufolge ließen sich die Kosten durch die Vergabe an einen externen Provider aber erheblich senken – um bis zu 20 Prozent der gesamten IT-Ausgaben. Allerdings stellen viele CIOs solche Überlegungen nicht an. So erklärten 85 Prozent der Befragten, dass sie bei einer Aufstockung ihres Budgets um 20 Prozent zunächst in zusätzliche Hardware investieren würden. Nur 15 Prozent würden das Geld in strategische Projekte stecken. (sp)

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