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Studie: Schlechte Aussichten für MobileTV

Laut einer neuen Studie des britischen Marktforschungsinstitut Datamonitor hat das mobile Fernsehen noch mit einigen technischen Problemen zu kämpfen, doch trotz der negativen Prognosen >sind die Mobilfunkunternehmen optimistisch gestimmt.

Laut einer neuen Studie des britischen Marktforschers Datamonitor hat das mobile Fernsehen noch mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Beispielsweise würde eine gleichzeitige Übertragung von Fernsehsendungen an alle Abonnenten die bestehenden Funknetze komplett überlasten. Hinzu kommt, dass verschiedene Technologien auf dem Markt existieren, die miteinander konkurrieren.

Das mobile und portable terrestrische Fernsehen kann mit den Standards DVB-H und DMB realisiert werden sowie über MediaFLO. Das Rundfunkverfahren Flo (Forward Link Only) erlaubt 20 simultane Streaming-Ausstrahlungen mit einer Auflösung von 320 × 480 Pixel bei Bildraten von 30 Frames pro Sekunde. Gleichzeitig werden auch zehn streamende Stereo-Audiokanäle und der Abruf von täglich 800 Minuten gespeicherter Kurzvideos unterstützt. Zusätzlich steht der Standard DMB in Konkurrenz zum DVB-H-Standard, für den es, aufgrund der ungeklärten Frequenz-Situation, bis zum Anpfiff der Fußball WM 2006 knapp werden dürfte. Die DMB-Frequenzen sind demgegenüber schon bundesweit geregelt und eine flächendeckende Indoor-Versorgung ließe sich durch die Steigerung der Sendeleistung des bestehenden Netzes erreichen.

Trotzdem laufen die Vorbereitungen für das mobile TV auf Hochtouren. Einige Landesmedienanstalten haben bereits eine Empfehlung für den Bewerber MFD (Mobiles Fernsehen Deutschland) aus Düsseldorf ausgesprochen. Der Mitbewerber Walk'n Watch aus Grünwald bei München kritisierte die Empfehlung daraufhin. Das Geschäftsmodell der MFD setzt auf ein Subskriptionsmodell für eine Gebühr unter 10 Euro, Walk'n Watch dagegen auf ein "Free-TV-Konzept" mit Einnahmen aus interaktiven Zusatzdiensten und Angeboten.

Die zukünftigen Abonnenten des Mobilen Fernsehens halten sich indessen mit ihrer Begeisterung zurück. Laut einer Studie von TNS Infraset nutzen lediglich ein Prozent der deutschen Mobilfunkkunden derzeit Handy-TV, weitere zwei Prozent planen die Nutzung. Insgesamt gibt es der Studie zufolge vier Hauptursachen für das geringe Interesse an mobilem TV-Empfang: Für 35 Prozent sind vorwiegend die eigenen Fernsehgewohnheiten der Grund dafür, mobile TV-Dienste voraussichtlich nicht nutzen zu wollen. Mit 34 Prozent folgt mangelndes Interesse an Fernsehen oder Handy bei den Nichtnutzungsmotiven. Technische Bedenken, wie beispielsweise ein zu kleines Display oder keine ausreichende Bild- und Tonqualität, halten 33 Prozent davon ab, mobil fernsehen zu wollen.

Trotz der negativen Prognosen sind die Mobilfunkunternehmen optimistisch gestimmt. Der finnische Handy-Hersteller Nokia geht davon aus, dass sich der Fernsehempfang via Handy bis zum Jahr 2008 durchgesetzt haben dürfte. Auf verschiedenen Märkten werden TV-Angebote bereits im laufenden Jahr verfügbar sein. Zwei Jahre später soll der Service bereits ein breites Publikum erreichen, glaubt Nokia. Nokia, Motorola, Siemens, Philips, Sagem, Pace und Sony-Ericsson sowie die vier Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland setzen nur auf den DVB-H-Standard, während Konkurrenten, wie z.B. Samsung und LG neben DVB-H auch auf andere Systeme wie das koreanische DMB, das japanische ISDB-T oder das amerikanische MediaFlo setzen. Diese werden jeweils bisher in maximal zwei Ländern erprobt oder eingesetzt.

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