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Studie

Rückläufige Kino-Einnahmen durch Megaupload-Schließung?

26.11.2012 | 17:01 Uhr |

Seit der Schließung von Megaupload im Januar 2012 sind vor allem die Einspielergebnisse von kleineren Filmen an den Kinokassen rückläufig. Laut einer aktuellen Studie könnte dieser Trend mit der fehlenden Mundpropaganda auf Seiten der Raubkopierer-Szene in Zusammenhang stehen.

Mit der Schließung der Filesharing-Plattform Megaupload im Januar 2012 gelang der Film-Lobby ein großer Schlag gegen die Raubkopierer-Szene. Doch anstelle steigender Einspielergebnisse, sieht sich die Branche seit einigen Monaten eher mit einem Abwärtstrend konfrontiert. In einer aktuellen Studie stellen Jörg Claussen von der Copenhagen Business School und Christian Peukert von der Ludwig-Maximilians-Universität in München diese beiden Faktoren in direkten Zusammenhang.

Im Rahmen ihrer „ Piracy and Movie Revenues: Evidence from Megaupload “-Arbeit haben sich die beiden Wissenschaftler die Einspielergebnisse von fast 1.400 Filmen aus 49 Ländern über einen Zeitraum von fünf Jahren angeschaut. Ab Januar 2012 zeigte sich dabei ein deutlicher Abwärtstrend bei den internationalen Einspielergebnissen von kleineren Produktionen.

Basierend auf den Zahlen stellen Peukert und Claussen die These auf, dass die Schließung von Megaupload negative Auswirkungen auf den Bekanntheitsgrad von Low-Budget-Filmen hat. Da sich weniger Zuschauer entsprechende Filme illegal beschaffen konnten, sanken auch die Chancen, dass diese ihren Freunden eine Empfehlung aussprechen konnten. Entsprechend blieben auch die Zuschauer an den Kinokassen aus, die sonst über Mundpropaganda von den Filmen erfahren hätten.

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Nicht von dem Effekt betroffen sind der Studie zufolge Blockbuster, für deren Vermarktung im Vorfeld große Werbe-Budgets zur Verfügung stehen. Es bleibt also fraglich, ob sich die Umsatzausfälle durch Raubkopierer mit deren Werbeeffekt aufwiegen lassen.

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