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Popups verleiten zu voreiligen Klicks

25.09.2008 | 14:53 Uhr |

Echte Fehlermeldung oder Fälschung? Viele Internetsurfer haben Schwierigkeiten, hier die richtige Entscheidung zu treffen, sagt eine Studie der North Carolina University.

In der Studie bestätigten 63 Prozent der Teilnehmer Popup-Meldungen mit OK, statt den sicheren Weg zu wählen und das Fenster zu schließen. Dafür entschied sich weniger als ein Drittel der getesteten Studenten. Laut den Autoren der Studie können viele Internetsurfer gefälschte Fehlermeldungen nicht von richtigen unterscheiden. „Die Teilnehmer der Studie tendierten dazu, lästige Popup-Fenster möglichst schnell loswerden zu wollen. Sie haben überhaupt nicht nachgedacht“, so Mike Wogalter, Professor für Psychologie an der North Carolina State University und Co-Autor der Studie.

Dabei können unvorsichtige Klicks richtig gefährlich werden, den mitunter führen sie den Anwender auf Webseiten mit bösartigem Inhalt. In einem bekannten Fall erhalten Opfer beispielsweise eine Mail mit einem Link zu einer Website, auf der angeblich ein interessanter Videoclip zu sehen sein soll. Versucht der Nutzer, diesen anzuschauen, erscheint ein Fenster mit der Meldung, dass er dafür eine spezielle Codec-Software installieren muss. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen Trojaner, mit dem sich das Opfer einen Keylogger einhandelt, der Benutzernamen und Passwörter ausfindig macht.

Laut Eric Howes, Chef-Entwickler beim Sicherheitsanbieter Sunbelt Software , werde das Problem dadurch verschärft, dass sich gefälschte Popups durch Online-Werbung immer häufiger auch auf normalen Webseiten finden. „Vor ein paar Jahren sah man solche Popups nur auf zwielichtigen Webseiten.“ Harvard -Dozent Ben Edelman bestätigt diesen Eindruck. „Gefälschte Fehlermeldungen sind mittlerweile wirklich weit verbreitet. Wer MySpace besucht oder nur Google -Suchen durchführt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit darüber stolpern.“

Laut Wogalter mache man es sich aber zu leicht, wenn man lediglich den Anwendern die Schuld zuschiebe. Software-Entwickler hätten zu dem Problem beigetragen, weil sie die Nutzer mit zu vielen Warnmeldungen überfordern. Er empfiehlt allen Internetsurfern, Popup-Fenster nicht mit „OK“ zu bestätigen, sondern sie zu schließen.

Laut Howes sei man auch damit nicht vor Missbrauch gefeit, da auch die „Close Window“-Buttons heute oft gefälscht seien. Wer sich nicht sicher ist, ob es sich bei einem Popup um eine gefälschte Meldung handelt, sollte das Fenster über die Windows-Taskbar schließen oder gleich den ganzen Browser zu beenden.

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