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Pay-TV hat Zukunft

11.04.2009 | 14:47 Uhr |

Pay-TV funktioniert im deutschsprachigen Raum als gute Ergänzung zu Free-TV-Sendern. Wie eine aktuelle Studie zu RTL Crime, Passion und RTL Living im Auftrag von IP Deutschland zeigt, konnten sich die Bezahlsender zwei Jahre nach ihrem Start erfolgreich in der Pay-TV-Welt etablieren.

Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass Pay-TV sich ergänzend zu den freien Sendern durchaus positiv entwickelt. Die Abonnenten würden vor allem die intensive und eigenständige Fernsehwelt genießen, die eine Art Exklusiverlebnis mit "Club-Atmosphäre" vermittle, heißt es seitens IP Deutschland . In der Pay-TV-Welt haben die Nutzer mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können ihre persönlichen Vorlieben jederzeit und je nach Genre bedienen. "Ich denke, dass die Aussichten für Pay-TV in Europa grundsätzlich gut sind. Die Vervielfältigung der Übertragungswege und die Digitalisierung schaffen Platz für neue Bezahlformate", meint Kai-Uwe Weidlich, Geschäftsführer des Medien Institut in Ludwigshafen im pressetext-Interview. Wenn die Anbieter nicht zu viel falsch machen, werde diese Form des Fernsehen auch künftig einen festen Platz in der Medienlandschaft einnehmen. Das Internet habe natürlich eine Konkurrenzsituation geschaffen. "Allerdings beschränkt sich diese bisher noch auf spezifische Zielgruppen. Viele User sind mit der Bedienung von Online-Videotheken noch überfordert bzw. nutzen das Web noch nicht in diese Richtung", ergänzt Weidlich.

Im Free-TV bevorzugen die befragten Konsumenten Alltagsnähe und den Anschluss ans Zeitgeschehen. Das kostenlose Fernsehen bietet die Möglichkeit, Nachrichten und Aktuelles mitzubekommen. Dadurch lässt sich die Alltagswelt integrieren und es werden Informationen in Echtzeit gesammelt. Im Bezahlfernsehen hingegen wird den Zusehern eine abgegrenzte und individuell gestaltbare Fernsehwelt erschlossen. Während also die freien Sender vielfach die Voraussetzungen für die Teilnahme am Alltag bereitstellen, ergänzen Pay-TV-Sender diese Informationswelt mit exklusiven Angeboten, die eine Art Luxuserlebnis erzeugen.

Der Erfolg bzw. die Zukunftsaussichten der einzelnen Pay-TV-Sender in Deutschland sind unterschiedlich zu betrachten. IP Deutschland schreibt den RTL-Kanälen zunächst einmal eine Sonderstellung zu. Der Mix aus bekannten Free-TV- und neuen exklusiven Formaten komme bei den Abonnenten gut an. Aus psychologischer Sicht seien die Programme der Zielgruppensender entlastend für die Zuschauer, heißt es in der Studie, da die Spannungsfelder bei den untersuchten Sendern eher gering sind.

Das heißt jedoch nicht, dass sich Bezahlsender auch in Zukunft automatisch positiv entwickeln. "Gerade bei Premiere sehe ich im Moment ein ernstes Problem. Der Sender hat sich zu stark im Sportbereich positioniert und vor allem bei der Flexibilisierung der Bezahlung zu lange geschlafen", sagt Weidlich gegenüber pressetext. Die Abonnierung von Medien habe offensichtlich ohnehin bald ausgedient. "Gute Möglichkeiten für Pay-TV sehe ich im Bereich der Spartenkanäle - solange die Bezahlung nach Abruf erfolgt und das Ganze nicht in ein starres Abo gegossen ist", so der Medienexperte abschließend. (pte)

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