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Online-Sucht gefährdet vor allem arbeitslose Männer

10.10.2012 | 20:26 Uhr |

Eine Studie der Webseite Drogenbeauftragte.de hat ergeben: Besonders
ledige und arbeitslose Männer sind von Online-Sucht betroffen.

Ledige und arbeitslose Männer sind die größte Risikogruppe für Online-Sucht. Das ergibt eine Studie der Webseite
Drogenbeauftragte.de . Die Krankheit äußert sich darin, dass die Betroffenen jeglichen Bezug zur Realität verlieren, ihr Sozialleben
vernachlässigen und nur noch in ihren Online-Welten leben. Laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, die zuletzt zur Jahrestagung der Drogenbeauftragten in Berlin eine Rede hielt, wirke sich Online-Sucht nicht nur auf Beruf oder Schule aus, sondern auch einfache Dinge wie Essen und Waschen würden vernachlässigt.

Wie Dyckmans weiter ausführt, seien in Deutschland derzeit 0,7 Prozent aller 25- bis 64-jährigen von der Online-Sucht betroffen. Sie
verbringen einen Großteil ihrer Zeit in Online-Spielen und Sozialen Netzwerken. Beachtlich ist dabei der Anteil an erkrankten Männern, der mit 1 Prozent mehr als doppelt so hoch ist, wie der der Frauen (0,4 Prozent). Dyckmans Angaben beruhen dabei auf der Auswertung einer 2011 durchgeführten Studie zur Internetnutzung der Universitäten Greifswald und Lübeck, bei der insgesamt 14.000 Personen telefonisch befragt wurden.

Geht man von diesen Ergebnissen aus, sind in Deutschland rund 560.000 Menschen online-süchtig - von ihnen sind rund 250.000 im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Grund zur Besorgnis gibt allerdings, dass angeblich weitere 2,5 Millionen Deutsche das Internet bereits auf problematische Art und Weise nutzen und drohen, ebenfalls in die Online-Sucht zu verfallen.

Aktuell gilt die Online- oder Internet-Sucht noch nicht als eigenständige Krankheit, sondern eher als Symptom bereits bekannter,
psychischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen.

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