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Studie: Online-Banken sind zu häufig offline

22.06.2006 | 14:05 Uhr |

Nach einer aktuellen Studie von Watchmouse lässt die Verfügbarkeit bei vielen Online-Banken in Deutschland zu wünschen übrig. Beispielsweise können Kunden der Citibank an 1,8 im Monat nicht auf ihre Konten zugreifen oder Transaktionen ausführen. Im Vergleich dazu schneiden die Banken in Frankreich deutlich besser ab.

Permanenter Zugriff auf das eigene Bankkonto in Deutschland ist anscheinend nur Wunschdenken, wenn eine Untersuchung von Watchmouse (einem Anbieter von Abonnements für Website-Überwachungslösungen) zutrifft. Demnach sind 63 Prozent der laut Watchmouse 33 wichtigsten deutschen Internet-Banking-Websites mehr als eine Stunde pro Monat nicht aufrufbar.

Nur die Oldenburgische Landesbank und die Postbank bestachen im Test durch eine 100-prozentige Verfügbarkeit. Am unteren Ende der Verfügbarkeitsskala befindet sich unter anderem die Citibank, deren Website den Kunden 1,8 Tage lang pro Monat nicht zur Verfügung stand.

Nachtrag 29.06.2006: Watchmouse hatte ursprünglich auch die ING Diba auf deren Online-Verfügbarkeit überprüft. Das Ergebnis war für die ING Diba wenig schmeichelhaft, die Bank landete auf dem letzten Platz. Das hat die Bank dazu veranlasst, das Testverfahren von Watchmouse genau unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis: Watchmouse hat ING Diba aus der Liste der überprüften Banken entfernt.

Das neue, korrigierte Ranking ohne die ING Diba.
Vergrößern Das neue, korrigierte Ranking ohne die ING Diba.
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Wie Herr Bachter von der Unternehmenskommunikation der IGN Diba gegenüber PC-WELT erklärte, setzt ING Diba für sein Online-Banking eine IT-Infrastruktur und ein speziell konfiguriertes Load Balancing (dabei antwortet ein anderer Server als der, an den die Anfrage ursprünglich gerichtet war. Watchmouse verfolgt den Weg, den die weiter geleitete Anfrage nimmt, aber nicht weiter und wertet diese Anfrage als nicht beantwortet) ein, das von den laut ING Diba eher einfachen Überwachungs-Mechanismen von Watchmouse nicht korrekt abgefragt werden kann. Deshalb meldet Watchmouse lange Nichterreichbarkeitszeiten, die in der Praxis nicht existieren beziehungsweise von denen der ING Diba-Kunde nichts mitbekommen würde, betont Bachter. Watchmouse hat diese Argumentation der ING Diba offensichtlich akzeptiert und das Unternehmen aus der Liste entfernt.

Andere Banken wie beispielsweise die Postbank setzen sicherlich auch das gängige Load Balancing ein, sie haben die dafür erforderlichen IT-Strukturen aber anders konfiguriert und erzielen deshalb ein besseres Ergebnis bei Watchmouse, wie ING Diba vermutet.

Watchmouse hat diese Websites zur Ermittlung ihrer Verfügbarkeiten zwischen dem 19. Mai und dem 18. Juni 2006 ununterbrochen überwacht. Im gleichen Zeitraum hat Watchmouse auch die Internet-Banking-Websites anderer wichtiger Banken in Europa überwacht. Das Ergebnis: In Frankreich beispielsweise seien über 40 Prozent der Banken über 99,9 Prozent der Zeit verfügbar.

Einen kompletten Überblick über die Überwachungsergebnisse des Website-Verfügbarkeitsindexes von Watchmouse mit allen untersuchten Websites finden Sie hier .

Einschränkend muss man allerdings sagen, dass dieser Test nicht wirklich alle Banken erfasst, Watchmouse spricht ja selbst nur von den "wichtigsten". So wurden von den Genossenschaftsbanken im weitesten Sinn nur einige wenige wie die Sparda Bank München getestet. Ähnlich verhält es sich bei den Sparkassen. Die bekannte Daimler-Chrysler-Bank fehlt ebenso wie die Audi-Bank .

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