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Nachholbedarf bei Notfallplänen

02.07.2009 | 16:38 Uhr |

Die Kombination aus Tests der Notfall- und Wiederherstellungspläne und Virtualisierung stellt für viele Unternehmen nach wie vor eine Herausforderung dar. Das jedenfalls hat eine weltweite Studie ergeben, deren aktuelle Ergebnisse jetzt vorliegen.

Wenn Server oder ganze Netzwerksegmente ausfallen, kostet der resultierende Produktivitätsausfall richtig Geld. Unternehmen halten daher Notfallpläne vor, die eine möglichst rasche Wiederherstellung der Verfügbarkeit sicher stellen sollen. Diese Pläne in Kombination mit der zunehmenden Virtualisierung von Servern auszutesten ist immer noch eine Herausforderung für die IT-Verantwortlichen. Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zeigen, wie es um die Notfallplanung bestellt ist.

Das Sicherheitsunternehmen Symantec hat seine weltweite Studie "2009 Disaster Recovery Research Report" vorgestellt. Darin stellt Symantec die Ergebnisse einer Umfrage unter 1650 IT-Verantwortlichen im Juni dieses Jahres vor. Die Symantec-Studie wurde von Applied Research West in 24 Ländern durchgeführt, darunter auch Deutschland.

Die Kosten eines Ausfalls in Deutschland beziffert die Studie mit durchschnittlich 500 Euro pro Stunde. Der Ausfall einer Datenbank schlägt sogar mit 1750 Euro pro Stunde zu Buche. Weltweit liegen die Durchschnittskosten für die Behebung eines kritischen Vorfalls bei 287.600 US-Dollar (etwas über 200.000 Euro). Darin enthalten sind neben der Wiederherstellung auch die Kosten für die Erstellung der Notfallpläne.

In Deutschland belaufen sich die Ausfallkosten im Mittel auf etwa 350.000 Euro, in Japan und den USA sind es bis zu 700.000 Euro. Da wird schnell klar, dass hier eine wirtschaftliche Katastrophe drohen kann. Bei zwei Drittel der Unternehmen sitzen daher auch Vertreter des Top-Managements in den Arbeitsgruppen für die Erstellung von Notfallplänen.

Deutsche Unternehmen streben eine Wiederherstellungszeit von vier Stunden an. Sie liegen damit im europäischen Mittelfeld - in Spanien sind drei Stunden, in Frankreich sechs Stunden das Ziel für die Schadenbeseitigung. Virtuelle Umgebungen werden bei 27 Prozent der befragten Unternehmen bei Tests der Notfallpläne gar nicht einbezogen. Im Vorjahr waren es sogar noch 35 Prozent.

Ein Grund dafür scheinen fehlende Backup-Strategien für virtuelle Umgebungen zu sein. Weltweit erstellen ein Drittel der befragten Unternehmen keine Backups virtueller Server, in Deutschland sind es nur sechs Prozent. Die meisten IT-Verantwortlichen beklagen unzureichenden Speicherplatz und fehlende automatische Backup-Lösungen. Die Hälfte der Befragten wünscht sich ausgefeilte Tools zur Sicherung von Anwendungen in virtuellen Umgebungen.

Zu geringe finanzielle und personelle Ressourcen werden oft als Hemmnisse angegeben. Doch weltweit knapp zwei Drittel der Unternehmen wollen in den nächsten Monaten nachbessern, in Deutschland sogar 81 Prozent.

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