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Studie: "Made in USA"-iPhone wäre deutlich teurer

13.06.2016 | 15:45 Uhr |

Ein rein in den USA produziertes iPhone wäre bis zu 100 US-Dollar teurer. Aber wäre eine reine US-Produktion überhaupt möglich?

Apple sollte das iPhone direkt in den USA herstellen. So hat es jedenfalls der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump gefordert. Die Forderung selbst ist nicht neu, denn auch schon der verstorbene Steve Jobs soll sich gegenüber US-Präsident Barack Obama zu dieser Frage geäußert haben. Das MIT Technology Review hat nun mal ausgerechnet, was ein rein in den USA produziertes iPhone kosten würde.

Dabei werden zwei Szenarien unterschieden. In Szenario 1 wird das iPhone in den USA mit Komponenten zusammengebaut, die aus verschiedenen Ländern angeliefert werden. In Szenario 2 wird das iPhone nicht nur in den USA zusammengebaut, sondern auch alle dabei verwendeten Komponenten werden in den USA produziert.

Als Ausgangsbasis dient jeweils ein derzeit für 749 US-Dollar in den USA erhältliche iPhone 6S Plus, bei dem die geschätzten Produktionskosten bei etwa 230 US-Dollar liegen.

Szenario 1: Das iPhone wird in den USA zusammengebaut

In Szenario 1 würde sich der Preis für das betreffende iPhone 6 Plus von 749 US-Dollar um ungefähr 30 bis 40 US-Dollar erhöhen. Der Preisaufschlag ergibt sich aber nicht dadurch, dass die Arbeit in den USA teurer als in China entlohnt wird. Vielmehr ergibt sich der Preisaufschlag dadurch, dass die vielen Komponenten, aus denen das iPhone 6 Plus besteht, zunächst aus dem Ausland importiert werden würden. Apple hat über 750 Zulieferer aus insgesamt 28 Ländern für iPhone-Komponenten. Die von Apple beauftragten Zulieferer beschäftigen laut eigenen Angaben rund 1,6 Millionen Menschen.

Die meisten dieser Hersteller kommen aus China (346), gefolgt von Japan (126) und USA (69). Der höhere Preis käme also vor allem durch die erhöhten Transportkosten der Komponenten zustande. Es ist halt günstiger, die fertigen iPhones aus China in die USA zu importieren, als alle iPhone-Einzelteile.

Allerdings: Der Preisanstieg für das iPhone von nur bis zu 40 US-Dollar ließe sich nur dann realisieren, wenn die Preise für die Einzelkomponenten auch gleich bleiben. Anzunehmen ist, dass die Zulieferer die Preise für die Komponenten anheben würden, wenn diese in die USA exportiert werden müsste.

Szenario 2: Das iPhone wird komplett in den USA produziert und zusammengebaut

Das zweite Szenario beleuchtet den Preisanstieg für das iPhone 6s Plus, falls alle dessen Einzelteile komplett in den USA produziert werden würden. Das Gorilla-Glass von Corning wird ohnehin bereits in den USA hergestellt. Andere wichtige Komponenten, wie der Prozessor, der Speicher und weitere Chips, werden aber vor allem in China oder in Taiwan in großen Stückzahlen hergestellt. Die Produktion dieser Komponenten müsste zunächst in die USA geholt werden. Dazu müssten entsprechende Fabriken aufgebaut und die Lizenzen, die zur Produktion der Komponenten notwendig sind, in die USA geholt werden.

Unterm Strich, so die Schätzung, würde ein ausschließlich in den USA hergestelltes iPhone 6s Plus um die 809 bis 849 US-Dollar kosten. Im Vergleich zum aktuellen Preis würde sich das iPhone 6s also um bis zu 100 US-Dollar verteuern.

Allerdings handelt es sich letztendlich nur um ein Gedankenspiel. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob die mit der Produktion von iPhone-Einzelteilen beauftragten Unternehmen tatsächlich rentabel in den USA arbeiten könnten. Und es müssten weiterhin viele Materialien vor allem aus China importiert werden, wie etwa Metalle der Seltenen Erden, die zu 85 Prozent aus China stammen.

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