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Studie: Internet kein Massenmedium

02.03.2001 | 11:18 Uhr |

Das Internet wird sich auf absehbare Zeit nicht zu einem Massenmedium wie Radio und Fernsehen entwickeln. Der Anteil der Menschen, die das weltweite Datennetz nutzen, werde zwar steigen, nicht aber die Breitennutzung.

Das Internet wird sich einer Studie zufolge auf absehbare Zeit nicht zu einem Massenmedium wie Radio und Fernsehen entwickeln. "Im Gegensatz zum einfachen Telefon oder einem Radio mit drei Knöpfen ist das Internet mehr denn je eine kompliziert zu bedienenden Angelegenheit", kommentiert Matthias Horx die Ergebnisse seiner Studie "Die Zukunft des Internets".

Der Anteil der Menschen, die das weltweite Datennetz nutzen, werde zwar steigen, nicht aber die Breitennutzung. Die Menschen seien überfordert mit der Technik und Informationsvielfalt. Dafür würden so genannte "Stamm-User" das Netz umso mehr nutzen - darunter vor allem Akademiker, Selbstständige und hoch Gebildete mit gutem Einkommen.

Die "digitale Spaltung" zwischen Viel- und Nichtnutzern könne unter anderem durch eine höhere "digitale Bildung" und durch einfachere und billigere Zugänge zum Internet, sowie einfachere und sicherere Software gemildert werden. "Die Zukunft der Märkte wird nicht auf den Kommandohöhen von IBM, Sun und Microsoft entschieden, sondern in den Wohnzimmern und durch die Emotionen der Menschen", so Horx.

Die Internet-Gemeinde habe sich in den vergangenen Jahren bereits stark gewandelt. Heute kommen nach einer Studie der Frankfurter Internet-Forscher von Net-Value die 50- bis 64-Jährigen auf 11,2 Tage Durchschnittsnutzung im Monat, der allgemeine Durchschnitt liege bei zehn Tagen. Auch die Frauen holten auf. Nach Untersuchungen der Boston Consulting Group seien in den USA bereits über 50 Prozent der Online-Nutzer weiblich. Für Deutschland hätten Marktforscher im vergangenen Jahr einen Frauen-Anteil von rund 30 Prozent

festgestellt.

Die Zukunft des E-Commerce werde Horx zufolge nur dann rosig sein, wenn das Logistikproblem gelöst wird. Würden die Menschen künftig 50 Prozent aller Waren online bestellen, wären alle Städte rund um die Uhr verstopft. Erst mit einer besseren Warenverteilung könne der Durchbruch gelingen. "Die Zukunft des E-Commerce entscheidet sich vor der Haustür", glaubt der Trendforscher und entwirft ein Lösungskonzept nach dem Vorbild von Japans ortsnahen 24-Stunden-Bequemlichkeitsläden: Die Ware wird online bestellt und an einem ortsnahen Center abgeholt. Nur wenige Produkte werden noch nach Hause gebracht. (PC-WELT, 02.03.2001, dpa/ ml)

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